Weiterhin zeigen sich die Aktienmärkte in den USA und Japan bestens gelaunt. Die Schwellenländer präsentieren sich uneinheitlich und in Europa pendeln die Kurse lustlos hin und her. Insbesondere Bankaktien fallen hierzulande derzeit negativ auf und bremsen wegen ihrer hohen Gewichtung die europäischen Indizes gnadenlos aus. Auf globaler Ebene stellt der apano-Stimmungsindex eine weiterhin entspannte und zuversichtliche  Anlegerstimmung fest. Das Ergebnis wird momentan leicht negativ beeinflusst von dem für etliche Schwellenländer und Branchen etwas zu festen US-Dollar, darüber hinaus drückt insbesondere der zu schnelle Anstieg der US-Renditen auf das Gesamtsentiment. Allerding liefern die allermeisten der relevanten Aktienindizes volle Punktzahl, das gilt ebenso für die Rohstoffe und die Messwerte von Volatilität und Kreditabsicherungskosten. Also eigentlich alles so wie bereits in der Vorwoche.

Es ist Vorsicht geboten

Dennoch sollte ein Anleger während der nächsten Tage vielleicht etwas vorsichtiger disponieren. Denn nach dem stürmischen Anstieg in Indizes, wie dem japanischen TOPIX oder dem US-Nebenwerteindex Russell 2000, ist eine hohe Erwartungshaltung bezüglich einer expansiven US-Wirtschaftspolitik bereits eingepreist. Gerade in den besonders gut gelaufenen Märkten und Branchen könnten im Falle von Euphorie bremsenden Nachrichten größere Gewinnmitnahmen anstehen. Vor uns liegen einige Tage, an denen wichtige Entscheidungen gefällt werden: das OPEC-Treffen, das Basel IV-Treffen, das Referendum in Italien und die erneute Stimmenauszählung in drei US-Bundesstaaten wirken in ihrer Komplexität wie ein gewaltiger Eisberg. Da kann es nicht schaden, frühzeitig kräftig abzubremsen. Ohnehin dürften die Märkte vor dieser anstehenden Nachrichtenflut tendenziell einfrieren und abwarten.

Besser in defensive Sektoren investieren

Spätestens Mitte Dezember ist dann der Spuk vorbei und es darf auf die Jahresendrallye gehofft werden. Wer jedoch trotzdem unverdrossen investieren möchte, sollte vielleicht sein Glück in der Gegenrichtung suchen und diejenigen Branchen einsammeln, welche die Trump-Rallye nicht nur komplett verpasst haben, sondern im Zuge des Favoritenwechsels sogar unter Druck geraten sind. Dazu gehören insbesondere die defensiven Sektoren Gesundheit und Verbrauchsgüter, aber auch Edelmetallaktien. Hier wurde in den letzten Wochen so viel Dampf abgelassen, dass das Restrisiko zumindest kurzfristig überschaubar erscheint.

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