„Don`t fight the FED“ (kämpfe nicht gegen die (US-)Notenbank) ist eine seit Jahrzehnten gültige wichtige Grundregel. Jeder Anleger sollte sie kennen und dringend beherzigen. Denn die Macht der Notenbanken steuert die Geldströme, beeinflusst erheblich die Konjunktur und vermag unglaublich erscheinende Trendwenden an den Märkten.

Im Dezember 2018 ist jedoch etwas Gravierendes passiert: die US-Notenbank zeigte sich unbeirrt und wenig beeindruckt von den Sorgen der Investoren. Der FED-Autopilot war auf stufenweise weiter steigende Zinsen und Abschöpfung der Marktliquidität (Quantitative Tapering) programmiert. In einem Umfeld von drohendem hartem Brexit und heftigem Handelskrieg erschien dies arrogant. Denn längst waren weltweit die Unternehmer schon in Deckung gegangen und hatten begonnen, Investitionen zurück zu stellen. Die noch lebhaften Handelsströme waren zum großen Teil Hamsterkäufe. Mit der Zinserhöhung im Dezember brachen die Kurse weltweit ein – das Ergebnis ist bekannt. Einer der schlechtesten Börsenmonate der letzten Jahrzehnte und 2018 ein schlimmes Jahr für Anleger. Aber plötzlich zeigte die FED Einsicht. Sie klang moderat und einfühlsam. Dass die US-Notenbank ihre Lektion tatsächlich gelernt hat, bewies sie auf ihrer jüngsten Sitzung am 19./20. März 2019 – ab jetzt heißt es nämlich auch „don`t fight the market“ (kämpfe nicht gegen den Markt). Die gegenseitige Abhängigkeit ist so groß geworden, dass beide Marktteilnehmer – Notenbanken und Anleger – eine Symbiose eingegangen sind, die längere Zeit anhalten wird. Sollten Brexit und Handelsstreit ein gutes Ende finden, dann darf davon ausgegangen werden, dass die im April anstehenden Quartalszahlen den Tiefpunkt im laufenden Zyklus darstellen und dass die Börsenkurse bis Ende 2019 noch viel Platz nach oben haben.

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