Stimmungsindex

Der US-Dollar hat sich am Freitag nach einem Tag Bedenkzeit im Tagesverlauf dann doch „logisch“ verhalten und wegen der zurückhaltender als vom Markt erwarteten FED-Pressekonferenz zugelegt. Unterhalb des Radars fiel am Freitag auf, dass die Risk off- Indikatoren Creditspreads , Gold und Top-Staatsanleihen eine leicht steigende Risikoaversion aufwiesen. In den Abendstunden kam plötzlich Druck auf die Börsen, nachdem zunächst Donald Trump einen partiellen Deal mit China ausschloss und dann eine Stunde später die chinesische Delegation eine geplante Besichtigung von US-Farmbetrieben plötzlich aus dem Programm strich. Über das Wochenende entschärfte sich die Situation etwas, denn Chinas Offizielle betonten, die Stornierung des Besuchs hätte nichts mit dem Handelsdeal zu tun, die Gespräche liefen gut. Jedoch belastet der Tweet des US-Präsidenten weiterhin. Die Maximalforderung „alles oder nichts“ hat bereits mit Nordkorea nicht funktioniert. Es ist aber zu befürchten, dass die US-Regierung erneut so verfährt. Zu dieser Theorie passt, dass Michael Pillsbury, der Berater des Weißen Hauses, am Freitag in einem Interview der South China Morning Post für den Fall des Scheiterns der Gespräche Zölle von 50-100% ins Gespräch brachte. Das Treffen der Handelsgranden ist ca. am 10. Oktober. Die Investoren setzten bislang zumindest auf einen Teil-Deal und entsprechende Lockerungen der Zölle – stattdessen ist die Wahrscheinlichkeit und der Preis für den Fall eines Scheiterns nun offenbar sogar gestiegen. Entsprechend schwach heute früh Chinas Börsen. Die deutschen Einkaufsmanager-Indizes für September gruselig: Service 52,2 (erwartet 54,2), verarbeitendes Gewerbe 41,4 (erwartet 44,0). Auch die französischen Werte lagen unter den Prognosen. Europas Wochenstart mit diesen Fakten im Rücken entsprechend miserabel.