Stimmungsindex

der Philadelphia Fed Index – ein Frühindikator der US-Wirtschaft – überraschte gestern positiv. Der Septemberwert betrug 30,7, erwartet worden war 19,4. Auch die Einzelhandelsumsätze lagen weit über den Erwartungen. Zwar wurde der Juli deutlich nach unten revidiert, aber im 2-Monats-Zeitraum ist ein Rückgang von lediglich 1,1% zu verzeichnen, die Prognosen lagen bei -1,9%. An den Märkten reagierten zunächst nur der US-Dollar (mit einem kräftigen Anstieg), die US-Renditen (mit einem moderaten Zuwachs) und der Goldpreis, der wegen dieses Doppeleffektes massiv zurück fiel. Erst nach Xetra-Schluss setzte auch an den Aktienmärkten eine Aufwärtsbewegung ein. Heute ist an den Börsen großer Verfalltermin, Futures sowie Optionen auf Aktienindizes und Einzelaktien laufen aus. Es soll ein außergewöhnlich hohes Volumen fällig werden. Zumindest für die nächsten Tage sind größere Bewegungen einzukalkulieren. Ein Blick in die Statistik mahnt zur Vorsicht: der September ist meistens ein schwacher Handelsmonat und fast immer fallen die höchsten Verluste in der zweiten Monatshälfte an – beginnend am Freitag des vierfachen „Hexensabbats“. Die überwiegend in Hongkong gehandelten chinesischen Techwerte waren heute gesucht und konnten ihre Wochenverluste etwas eindämmen. Diese Erholung kam überraschend, erst gestern hatte z.B. Alibaba in NY auf dem niedrigsten Stand seit Juni 2019 geschlossen. Evergrande verloren weiter, freilich erholte sich die Aktie im Verlauf von -12 auf -4,5%. Im Sog der Krise des Unternehmens standen Chinas Bankwerte ICBC und China Construction Bank heute gegen den Trend erneut unter Druck. Auch der anhaltende Verfall der Preise für Baustahl in Shanghai könnte mit den Problemen des Konzerns zu tun haben. In Japan waren insbesondere Logistikunternehmen gesucht. In Australien verloren die Bergbautitel erneut deutlich, hier belastet der Rutsch der Eisenerzpreise. Auch im STXE 600 leidet dieser Branchensektor deshalb wie schon gestern weiter unter Abgaben. Freilich ist er zur Stunde der einzige mit rotem Vorzeichen, ansonsten profitiert die Region von den Vorgaben aus USA und Asien. Im apano-Stimmungsindex belasten die schwachen Rentenmärkte. Auffallend aber andererseits die Creditspreads in Euroland. Die Renditedifferenz zwischen Top Bonitäten und High Yield steht auf Rekordtief. High Yield bleibt wegen des Renditevorsprungs und geringer Ausfallängste gefragt, während sich Investoren von Anleihen mit negativer Rendite trennen. Mit dem apano-Stimmungsindex berechnet apano Investments seit 2012 täglich die globale Marktstimmung und steuert damit u.a. die hauseigenen Investmentfonds „apano HI Strategie 1“ und „apano Global Systematik“.