Heute vor 410 Jahren – am 20. März 1602 – wurde die niederländische Ostindien-Kompanie gegründet. Damit ging die Geburtsstunde der ersten Aktie in der Wirtschaftsgeschichte einher.

Die niederländischen Kaufmannskompanien schlossen sich im noch jungen 17. Jahrhundert zur niederländischen Ostindien-Kompanie zusammen. Sie wollten so die Konkurrenz untereinander ausschalten. Damit die neue Gesellschaft finanziert werde konnte, bot sie eine Teilhaberschaft mittels Anteilsscheinen an. Die Herausgabe von Aktien machte sie zur ersten Aktiengesellschaft in der Wirtschaftsgeschichte überhaupt. Investoren legten im Jahr 1602 insgesamt 6,5 Millionen Gulden an. Dies entspricht heute einem Wert von 100 Millionen US-Dollar. Das war ein ordentliches Finanzpolster, das die niederländische Ostindien-Kompanie auch gut gebrauchen konnte. Denn diese war eine der größten Handelsunternehmungen des 17. und 18. Jahrhunderts und genoss so manche Privilegien, die sie einiges kosteten. So war die niederländische Ostindien-Kompanie im Land alleinig dazu berechtigt, mit Ostindien Handel zu treiben. Gleichzeitig hatte sie Hoheitsrechte bei Kriegsführung, Festungsbau und Landerwerb und besaß darüber hinaus Handelsmonopole. Die Aktionäre waren insgesamt zehn Jahre an ihre Anlage gebunden. Nach Ablauf dieser Zeit und nach Auszahlung der Zinsen konnten sie für weitere zehn Jahre zeichnen. Zwar kamen die Aktionäre in den Genuss von Dividendenzahlungen, hatten aber kein Mitspracherecht in der Gesellschaft.

Die niederländische Ostindien-Kompanie kontrollierte die Gewürzroute von Hinterindien nach Europa. Eben daraus zog sie ihre wirtschaftliche Stärke. Doch nach dem Vierten Englisch-Niederländischen Krieg, der von 1780 bis 1784 dauerte, kam sie in finanzielle Schwierigkeiten. Knapp 15 Jahre später wurde sie schließlich liquidiert. Doch die Geschichte der Aktie hatte gerade erst begonnen. Heute sind Aktien die Basis der meisten Anlegerportfolios.

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