Die Finanzbranche in Österreich hat sich gewandelt. Das war auf dem „Fondsprofessionell Kongress“ Wien vom 6.-7.03.2013 zu spüren. Das österreichische Pendant zum deutschen Fondskongress in Mannheim ist der wichtigste Treffpunkt für die gesamte Finanzbranche des Alpenlandes. Er fand bereits zum 15. Mal statt.

Auf dem Wiener Fondskongress kennt jeder jeden, sind doch rund 80% der österreichischen Finanzbranche in der Hauptstadt ansässig. Für „alte Hasen“ ist es fast wie ein Familientreffen. Kein Wunder bei einem Land, das mit 8,4 Mio. Einwohnern deutlich kleiner ist als Bayern (12,5 Mio. Einwohner).

In den letzten Jahren wurde das „Familienidyll“ jedoch stark getrübt. Die Branche musste eine deutliche Konsolidierung verkraften. Hintergründe sind neben der Finanzkrise auch regionale Skandale. Dazu zählen der Fall des „Meinl European Land“-Fonds und die verstaatlichte „Hypo Alpe Adria“ Bank, die vielen Anlegern hohe Verluste brachten und das Vertrauen in die Finanzbranche des kleinen Landes massiv zerstörten.

So war nicht nur die Anzahl der Aussteller etwas geringer als im Vorjahr, auch die Besucherzahl hatte bei Umfragen unter Teilnehmern „gefühlt“ zum Vorjahr nochmals abgenommen. Dennoch: Die „Überlebenden“ geben sich optimistisch. Denn eine Bereinigung ist immer auch eine Chance. „Wir sind die Guten und die Guten werden weiter kommen“ war das Fazit eines Teilnehmers.

Auch die Vortragsthemen haben sich gewandelt. Standen früher noch reine Produktvorträge hoch im Kurs, fanden jetzt eher tiefgründige, vorausschauende, ja fast psychologische Themen starkes Interesse. Neben Nassim Taleb, der über das Risiko unseres Finanzsystems und die Fehler der Politik referierte, fand auch der Vortrag zur Anlegerpsychologie von Prof. Dr. Bernd Ankenbrand und der Zukunftsforscher Matthias Horx ein begeistertes und interessiertes Publikum.

Kein Platz blieb außerdem frei beim Vortrag von apano-Geschäftsführer Markus Sievers, der die stürmischen Zeiten an den Finanzmärkten beleuchtete.

Fazit:

Die Konsolidierung hat in der österreichischen Finanzbranche ihre Spuren hinterlassen. Sie ist zwar geschrumpft, dürfte aber auch gestärkt und (vielleicht Dank des Fondskongresses) mit einem anderem Blickwinkel und neuer Philosophie in eine hoffnungsvolle Zukunft gehen.

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