Die vergangene Woche radierte an den europäischen Börsen und in Japan die bisherigen Gewinne des August wieder aus. Lediglich die USA konnten ihre Höchststände knapp verteidigen, wenngleich dies auch begleitet war von einem rotierenden Favoritenwechsel. Offensichtlich profitierten die USA von dem schwächeren US-Dollar, während dies den überwiegenden Rest der Welt eher belastete. Besser sieht es an den Schwellenländerbörsen aus. So weist beispielsweise China für den laufenden Monat bislang ein Kursplus von 3% aus. An den Anleihemärkten hängen derzeit ein paar dunkle Wolken über Portugal und Italien. Portugiesischen Staatsanleihen droht die Gefahr einer Abstufung unter den sogenannten Investmentgrade. Sollte dies passieren, wäre es der EZB zukünftig untersagt, im Rahmen ihres monatlichen Anleihekaufprogramms Portugal mit zu berücksichtigen. Italienische Staatsanleihen leiden unter der engen Verzahnung der stagnierenden italienischen Wirtschaft und den mit horrenden Schulden belasteten Banken des Landes. Dies sind keine sensationell neuen Nachrichten. Dass es die Märkte dennoch bewegt, zeugt davon, dass den Märkten genauso frische Impulse fehlen wie frisches Geld.

Neue Dynamik durch US-Unternehmen?

Der apano-Stimmungsindex hat in den letzten Tagen eine leichte Stimmungseintrübung erfahren. Das ist aber bislang nichts Bedenkliches, weiterhin verharrt das Barometer solide im zuversichtlichen Bereich. Die jüngsten Daten der europäischen Einkaufsmanager aus Industrie und Dienstleistung zeigen sich weiterhin kaum negativ beeinflusst vom Brexit. Derzeit richten sich die Augen und Ohren der Marktteilnehmer auf Jackson Hole, wo sich am Wochenende die geldpolitische Elite zum Gedankenaustausch trifft. Außenpolitisch könnte wieder etwas Bewegung in den Ukraine-Konflikt kommen: am Rande des G-20 Gipfels soll nun Anfang September ein persönliches Treffen zwischen Merkel, Hollande und Putin stattfinden. Vieles spricht aktuell dafür, dass die laufende Woche tendenziell zumindest stabil verläuft. Spannend bleibt die Entwicklung des für kleinere US-Unternehmen relevanten Russell 2000 Index. Ihm fehlen noch 3% bis zu einem neuen Allzeithoch. Ein erfolgreicher Test könnte den Märkten neue Dynamik einhauchen.

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