Die meisten Börsenplätze in Europa und auch der japanische Nikkei 225 zeigen sich kämpferisch und stabil. Dies schlägt sich im apano-Stimmungsindex mit jeweils voller Punktzahl nieder. Die US-Indizes jedoch präsentieren sich anfällig. So ist der Russell 2000 auf den tiefsten Stand seit Frühsommer abgerutscht und beim S&P 500 hat sich längst die negativ zu bewertende Chartform einer umgestülpten Untertasse heraus gebildet. Im Stimmungsindex kann der derzeitige Zustand der US-Aktienmärkte nur noch knapp mit neutral bewertet werden. Warten die US-Märkte lediglich auf den Wahlausgang oder steckt mehr hinter dieser Schwäche der amerikanischen Indizes? Aus der auf Hochtouren laufenden Berichtssaison konnten keine eindeutigen Rückschlüsse gezogen werden. Denn auch innerhalb der Branchen wurden höchst unterschiedliche Resultate veröffentlicht. Chevron überzeugte – Exxon enttäuschte. Alphabet (vormals Google) und Microsoft erfreuten – Amazon und Intel nicht. Auffallend aber war, und das gilt gleichermaßen für die europäischen Unternehmen, dass Firmen, die die Erwartungen verfehlten, um ein Vielfaches stärker von den Investoren abgestraft wurden, als auf der anderen Seite positive Überraschungen durch Neuanschaffungen belohnt wurden. Daraus kann die Schlussfolgerung gezogen werden, dass die Anleger im Grunde genommen gute Zahlen erwartet und entsprechend bereits vorgekauft haben. Dies wiederum sind keine guten Voraussetzungen für eine stärkere Aufwärtsbewegung.

Kein positiver Beitrag von den Emerging Markets

Der Kurseinbruch bei den US-Staatsanleihen hat sich zwar verlangsamt, trotzdem bremsen Renditen von inzwischen 1,85% für 10-jährige Titel die Begeisterung für alternative Anleihen z.B. aus den Schwellenländern ab, mit Auswirkungen auch auf die dortigen Aktienmärkte. Deshalb leisten die Emerging Markets – mit länderspezifischen Ausnahmen – aktuell ebenfalls keinen positiven Beitrag zur globalen Stimmung. Aus dem gleichen Grund steuern die Anleihemärkte Südeuropas derzeit sogar Minuspunkte zum apano-Stimmungsindex bei.

Fluchthafen Gold sendet bislang keinerlei alarmierenden Signale

Während sich die Furcht vor Kreditausfällen auf entspanntem Niveau befindet, deutet die anziehende Volatilität der Aktienmärkte auf leicht erhöhte Nervosität hin. Jedoch sendet andererseits der Fluchthafen Gold bislang keinerlei alarmierenden Signale. Ebenso bewegt sich auch der US-Dollar weiterhin in einer unaufgeregt engen Handelsspanne. Das Industriemetall Kupfer ist der große Gewinner der letzten Tage und beeinflusst den Stimmungsindex positiv. Sein Preisanstieg könnte interpretiert werden als Anzeichen einer Stimmungsverbesserung in der verarbeitenden Industrie. Tatsächlich überraschten die damit korrespondierenden jüngsten Wirtschaftsdaten überwiegend leicht positiv.

US-Präsidentschaftswahl das dominierende Thema

Natürlich wird die US-Präsidentenwahl in der kommenden Woche das überragende Thema sein. Es sieht nicht danach aus, als ob die Börsianer im Vorfeld des Wahlausgangs eindeutige Stellung beziehen wollten. Die ergebnislos endende Mammuttagung in Wien zur Stabilisierung der Ölpreise könnte zudem in den nächsten Tagen die Energiewerte und damit die Indizes weiter belasten. Im Wochenverlauf tagt auch die japanische Notenbank. Von ihr werden keine Überraschungen erwartet, zumal sie kürzlich erst höhere Transparenz und Berechenbarkeit angekündigt hat. Insgesamt ist gut vorstellbar, dass die Kurse bei geringen Schwankungen eine weitere Woche lustlos pendeln werden. Als gefährlich wäre ein Abrutschen des S&P 500 auf eine Schlusskurs unter 2120 zu bewerten und/oder ein weiteres Anziehen der US-Renditen auf 1,90%. Freilich ist wegen des Monatsbeginns und den damit zufließenden frischen Geldern an die Börsen zumindest am Dienstag und Mittwoch eine kleine Erholungsbewegung an den Märkten gut vorstellbar.

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