Branchenrotation nach US-Wahl

Unsere breite Aufstellung hat sich bewährt!

Die heftige Branchenrotation nach der US-Wahl kommt unserer Positionierung im apano Global Systematik zugute. Bereits mit Beginn der Korrektur im KI-Hardware-Segment hatten wir unsere dortigen Positionen größtenteils abgebaut, Liquidität geschaffen und begonnen, breiter in andere Marktbereiche zu investieren. Die Ansätze des heutigen Favoritenwechsels waren schon vor der Wahl erkennbar. Nach dem Wahlausgang haben wir diese Positionierung bereits gestern in den Morgenstunden konsequent verstärkt – und seitdem von der breiten Aktienmarkterholung profitiert.

Während zahlreiche Branchen kräftig zulegen, stehen Rüstungs-, Energie- und insbesondere KI-Hardwarewerte unter erheblichem Verkaufsdruck. Unsere frühzeitige Umschichtung zahlt sich dabei auf beiden Seiten aus: Wir sind in den besonders schwachen Bereichen nur gering engagiert und haben zugleich Positionen in den Marktsegmenten aufgebaut, die nun von der Rotation profitieren.

Die Wahl beschleunigt eine bereits erkennbare Entwicklung

Der Favoritenwechsel hat nicht erst mit dem Wahlergebnis begonnen. Schon während der Korrektur im KI-Segment zeigten sich Möglichkeiten außerhalb der zuvor dominierenden Technologiethemen. Darauf haben wir mit dem schrittweisen Aufbau einer breiteren Aktienpositionierung reagiert.

Die US-Wahl wirkt nun als zusätzlicher Katalysator. Hinter den Bewegungen stehen vier Erwartungen: geopolitische Entspannung, niedrigere Energiepreise, eine Begrenzung zusätzlicher amerikanischer Staatsausgaben und ein möglicherweise langsamerer Ausbau von KI-Rechenzentren.

Gerade der letzte Punkt hat besonderes Gewicht: Die betroffenen Unternehmen machen einen erheblichen Teil der weltweiten Aktienmarktkapitalisierung aus. Veränderte Erwartungen an ihre Investitionen und Gewinne bewegen deshalb die globalen Märkte.

Was die Rotation antreibt

Nach dem demokratischen Wahlerfolg setzen Anleger auf stärkeren politischen Druck zur Entspannung im Iran-Konflikt. Das belastet Rüstungsaktien und reduziert die geopolitische Risikoprämie im Ölpreis. Energieproduzenten verlieren, während viele andere Unternehmen von niedrigeren Kosten profitieren könnten.

Günstigere Energie könnte zudem den Inflationsdruck verringern und die Zinsmärkte entlasten. Hinzu kommt die Hoffnung, dass ein demokratisch kontrollierter Kongress zusätzliche Ausgaben- und Steuerpläne begrenzt.

Diese Erwartungen sind plausibel, aber keineswegs gesichert. Ein Wahlergebnis beendet keinen Krieg. Politische Blockaden beseitigen keine bestehenden Haushaltsdefizite. Und ein kurzfristiger Ölpreisrückgang verändert noch nicht dauerhaft den Inflationsausblick.

Parallel sorgen mögliche strengere Vorgaben bei Genehmigungen, Stromversorgung und Kostenverteilung für Unsicherheit beim Rechenzentrumsausbau. Verzögerte Projekte würden bei Halbleiterherstellern und anderen Ausrüstern zu späteren Umsätzen führen. Diese Sorge trifft auf eine Branche, deren Wachstumserwartungen ohnehin hoch waren.

Technologie ist nicht gleich Technologie

Während Hardwarelieferanten unter Druck stehen, zeigen sich große Cloud- und Plattformunternehmen wie Amazon, Microsoft und Alibaba fester.

Eine mögliche Erklärung: Werden Rechenzentrumsprojekte zeitlich gestreckt, müssen die Betreiber zunächst weniger investieren. Das entlastet ihren kurzfristigen freien Cashflow, während Zulieferer länger auf Umsätze warten. Daraus folgen allerdings nicht automatisch bessere langfristige Geschäftsaussichten: Fehlende Rechenkapazitäten könnten später auch das Wachstum der Betreiber begrenzen.

Amerikanische Gesundheitswerte profitieren unterdessen von der Hoffnung auf stärkere Unterstützung staatlicher Programme wie Medicare. Die konkreten Folgen hängen von der Ausgestaltung ab: Höhere Ausgaben können Leistungserbringern helfen, Preis- und Vergütungseingriffe andere Unternehmen belasten.

Unsere Positionierung: Vorbereitet und nach der Wahl verstärkt

Im apano Global Systematik haben wir die frühzeitig geschaffene Liquidität genutzt, um bereits vor der Wahl über Regionen und Branchen hinweg Positionen aufzubauen. Nach Bekanntwerden des Wahlausgangs haben wir diese Engagements gestern schon in den Morgenstunden deutlich ausgebaut. KI-Hardware und Halbleiter haben wir dabei konsequent ausgeklammert.

Damit waren wir an der anschließenden Erholung beteiligt. Am 4. November stiegen neun der elf Sektoren des S&P 500. Die Marktbewegung bestätigte zunächst unsere Einschätzung, dass sich Chancen zunehmend in der Breite eröffnen.

Unsere durchgehend bestehende Position in japanischen Aktien haben wir ebenfalls erhöht und innerhalb der Allokation stärker akzentuiert. Dabei setzen wir bewusst auf den breiter aufgestellten TOPIX. Während der stärker von Technologie- und Halbleiterwerten beeinflusste Nikkei nachgab, konnte der TOPIX zulegen. Seine breitere Branchenstruktur passt zu unserer aktuellen Ausrichtung.

Auch unser Engagement in Goldproduzenten hatten wir bereits wieder verstärkt. Neben dem Goldpreis behalten wir dabei Förderkosten und unternehmerische Risiken im Blick.

Halbleiter bleiben auf der Beobachtungsliste

Unser weitgehender Rückzug aus dem KI-Hardware-Segment erfolgte bereits im Verlauf der Korrektur. Die erneuten deutlichen Verluste in Südkorea, Taiwan und Japan bestärken uns aktuell darin, diesen Bereich bei der Ausweitung unserer Aktieninvestitionen weiterhin auszusparen.

Die Korrektur sehen wir derzeit noch nicht als abgeschlossen an. Die gefallenen Kurse können jedoch eine antizyklische Gelegenheit vorbereiten. Wir beobachten, ob der Verkaufsdruck nachlässt, schlechte Nachrichten besser verarbeitet werden und die Gewinnperspektiven belastbar bleiben.

Ein Einstieg bleibt ausdrücklich möglich, auch vor einem vollständig bestätigten Aufwärtstrend. Entscheidend ist ein überzeugendes Verhältnis zwischen Ertragschance und Risiko.Wir haben uns frühzeitig auf eine breitere Marktbewegung vorbereitet und diese Positionierung nach der Wahl konsequent verstärkt. Von der bisherigen Erholung profitieren wir bereits. Zugleich prüfen wir weiter, ob den politischen Hoffnungen eine dauerhafte wirtschaftliche Entlastung folgt und wann sich auch im Halbleitersegment wieder tragfähige Einstiegschancen ergeben.