Ja – wenn man die Richtigen trifft!
Wer vor Jahren auf Nvidia, Apple, Microsoft oder Amazon gesetzt hat, brauchte keinen breiten Aktienindex, um außergewöhnliche Renditen zu erzielen. Einzelne Aktien können einen ETF um ein Vielfaches schlagen.
Die entscheidende Frage lautet allerdings nicht, ob das möglich ist.
Sondern: Wie wahrscheinlich ist es, die großen Gewinner von morgen schon heute zu erkennen – und sie dann auch lange genug zu halten?
Die langfristige Wertschöpfung stammt von erstaunlich wenigen Aktien
Der US-Finanzwissenschaftler Hendrik Bessembinder hat die langfristige Entwicklung des amerikanischen Aktienmarktes untersucht. Die Ergebnisse zeigen, wie extrem ungleich die Wertschöpfung am Aktienmarkt verteilt ist.
Für den Zeitraum 1926 bis 2025 wurden 29.754 US-Aktien betrachtet. Lediglich 1.082 Aktien beziehungsweise 3,72 Prozent erzeugten zusammen den gesamten Netto-Vermögenszuwachs des Aktienmarktes.
Noch bemerkenswerter: Nur 46 Unternehmen – rund 0,15 Prozent aller untersuchten Aktien – schufen etwa die Hälfte der gesamten Netto-Wertschöpfung.
Das bedeutet nicht, dass Stock-Picking nicht funktionieren kann. Im Gegenteil: Wer frühzeitig eines dieser außergewöhnlichen Unternehmen findet und lange hält, kann mit einer Einzelaktie eine herausragende Rendite erzielen.
Es zeigt aber, wie anspruchsvoll diese Aufgabe ist.
Das eigentliche Risiko: Die Gewinner nicht im Portfolio zu haben
Bei einem konzentrierten Aktienportfolio kommt es deshalb nicht nur darauf an, schlechte Unternehmen zu vermeiden. Mindestens ebenso wichtig ist es, die wenigen außergewöhnlichen Gewinner nicht zu verpassen.
Und genau hier besitzt breite Diversifikation einen häufig unterschätzten Vorteil.
Wer über einen breit aufgestellten ETF investiert, muss heute noch nicht wissen, welches Unternehmen in zehn oder zwanzig Jahren zu den großen Gewinnern gehören wird.
Ist das Unternehmen Bestandteil eines kapitalisierungsgewichteten Index und steigt sein Börsenwert überdurchschnittlich, nimmt auch sein Gewicht im Index zu. Erfolgreiche Unternehmen können dadurch mit ihrem Erfolg einen immer größeren Beitrag zur Indexentwicklung leisten.
Umgekehrt verlieren Unternehmen, deren Börsenwert relativ sinkt, an Gewicht. Erfüllen sie die Kriterien des jeweiligen Index nicht mehr, können sie bei dessen regelmäßiger Überprüfung auch ganz herausfallen.
Der Index versucht also nicht, die Gewinner von morgen vorherzusagen. Er lässt erfolgreiche Unternehmen mit ihrem Erfolg größer werden.
Breite Streuung bedeutet nicht Durchschnittlichkeit
Das führt zu einem interessanten scheinbaren Widerspruch:
Ein breiter Aktienindex enthält zwangsläufig sehr erfolgreiche, durchschnittliche und schwache Unternehmen. Trotzdem kann er langfristig eine attraktive Wertentwicklung erzielen.
Der Grund liegt gerade in der extremen Asymmetrie von Aktienrenditen.
Bei einer Aktie ist der maximale Verlust auf das eingesetzte Kapital begrenzt. Ein außergewöhnlich erfolgreiches Unternehmen kann seinen Börsenwert dagegen vervielfachen. Einige wenige große Gewinner können deshalb die schwache Entwicklung vieler anderer Unternehmen mehr als ausgleichen.
Breite Streuung bedeutet daher nicht, auf die großen Gewinner zu verzichten. Sie reduziert vielmehr das Risiko, ausgerechnet die wenigen entscheidenden Gewinner nicht im Portfolio zu haben.
Breite Basis – trotzdem aktiv steuern
Genau hier setzt der apano Global Systematik an.
Wir wollen nicht darauf angewiesen sein, heute bereits die einzelnen Gewinner der kommenden Jahre vorherzusagen. Deshalb investieren wir über ETFs breit über Unternehmen, Regionen, Branchen, Faktoren und Themen.
Breit zu investieren bedeutet für uns allerdings nicht, Märkte einfach passiv abzubilden.
Je nach Markteinschätzung können Regionen, Branchen oder Themen unterschiedlich gewichtet werden. Neben sehr breiten Markt-ETFs können beispielsweise auch konzentriertere ETF-Lösungen eingesetzt werden, die einen gezielteren Zugang zu bestimmten Marktsegmenten ermöglichen.
Die Idee dahinter ist einfach: Nicht auf wenige Einzelaktien wetten – sondern die Breite des Aktienmarktes nutzen und dort gezielt steuern, wo wir Chancen oder Risiken erkennen.
Man muss die großen Gewinner nicht unbedingt im Voraus erraten. Entscheidend ist, investiert zu sein, wenn sie entstehen.
Quelle und Hinweis
Quelle: Hendrik Bessembinder, „One Hundred Years in the U.S. Stock Market“, 2026; Untersuchung des US-Aktienmarktes 1926–2025. Netto-Vermögenszuwachs relativ zur Vergleichsbasis der Studie.
Hinweis: Vergangenheitsdaten sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Der Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine individuelle Anlageberatung oder Anlageempfehlung dar.
#Geldanlage #Aktien #ETF #Diversifikation #StockPicking #Kapitalmarkt #Fondsmanagement #apano