Investieren mit Augenmaß

Bevor am Mittwoch Abend die FED Ihre Sicht auf die US Konjunktur und den Start der Zinserhöhungen in den USA verkündete, waren allerorts Investoren gespannt. Es war die letzte Sitzung vor September, wo viele Marktteilnehmer einen ersten Schritt im Zinserhöhungszyklus erwarten. Andere rechnen erst im Dezember damit. Viel neues oder ein konkreter Termin kam allerdings bei der FED Sitzung nicht zu Tage. Der erhoffte konkrete Hinweis für den Zinsschritt blieb aus. Klar scheint nur eines. In diesem Jahr werden Zinsen um 0,25% erhöht. Das sollte auch bereits im Markt eingepreist sein.

Positiv zeigt sich, dass sich die US-Wirtschaft weiter erholt. Auch wenn das Wachstum im 2. Quartal mit 2,3% am unteren Ende der Erwartungen lag, so war es doch klar stärker als das Winterquartal, welches zudem nach oben revidiert wurde (+0,6% anstatt -0,2%). Dass sich die USA auf einem Wachstumspfad befindet, belegen auch die Daten zum US-Arbeitsmarkt.
Nachdem durch den Einbruch in China Anfang der Woche die Börsen stark belastet wurden, hellt die Stimmung aktuell wieder auf.

Unser apano-Stimmunsgindex registrierte das und wechselte gestern gleich zu Börsenbeginn vom neutralen zurück ins das zuversichtliche Szenario. Nach diesem Wechsel war vor allem der gestrige Tag sehr wichtig. Gerne sehen wir solche Stimmungswechsel bestätigt. Und es war positiv, dass von Seiten der USA kein Abgabedruck aufkam und sich die Märkte langsam wieder beruhigen.

Gleichwohl unser Stimmungsindex ein zuversichtliches Gesamtbild zeichnet, so wird beim Blick in die Details auch deutlich, dass es Warnsignale gibt. Störfeuer könnten vor allem aus China und den Emerging Marktes kommen. China ist aktuell wohl das größte Risiko für den globalen Wachstumskurs. Das zeigt sich auch in den schwachen Rohstoffpreisen wie beispielsweise Kupfer. Noch jedoch zeichnet sich hier kein klares Bild.

Besondere Chancen weisen aktuell Handelsstrategien aus dem Bereich Long-Short auf. Strategien also, die bei einigen Unternehmen auf steigende und bei anderen auf fallende Kurse setzen können. Gerade jetzt in einer gemischt ausfallenden Bilanzsaison ergeben sich hier besondere Chancen. Nicht alle Unternehmen eines Index steigen gleichermaßen. Aktuell ist der Unterschied teils sehr groß. An manchen Tagen trennen bis zu 30% die guten Aktien des Tages von den schlechten Titeln. Manager mit einem guten Aktienresearch können hier einen wertvollen Zusatzertrag bringen. Die letzten Tage haben dies – vor allem in den USA – schon deutlich gezeigt.

Durch den Wechsel ins zuversichtliche Szenario werden wir unser Portfolio des apano HI Strategie 1 leicht offensiver ausrichten und gerade diesen Bereich verstärken.

 

Deutlich abgekühlte Markstimmung

Gleich zu Wochenbeginn ist die Marktstimmung weiter merklich abgekühlt. Die Börse in China verlor über Nacht 8,5%. Mit diesem größten Tagesverlust zeigt sich, dass eine Stabilisierung trotz vieler drastischer Maßnahmen der chinesischen Regierung noch nicht erreicht ist. Die Ängste vor einer weltweiten Konjunkturkrise gewinnen aktuell die Oberhand. Der apano-Stimmungsindex wechselte gleich heute Morgen zur Börseneröffnung vom zuversichtlichen in das neutrale Szenario.

Die Marktstimmung kühlte sich bereits im Verlauf der vergangenen Woche deutlich ab, da die Berichtssaison der Unternehmen viele – meist als mäßig oder negativ empfundene – Überraschungen bereithielt. Gerade die hoch in der Anlegergunst stehenden Technologiewerte enttäuschten. Über China kam zuletzt auch größerer Druck auf die gesamte Bandbreite der Rohstoffpreise auf. Einerseits über niedriger als erwartete Goldbestände als auch ferner wegen schlechter Konjunkturdaten. Der apano-Stimmungsindex registrierte die schlechter werdende Stimmung, hielt sich aber bis Freitag zum europäischen Börsenschluss noch im knapp zuversichtlichen Szenario.

Fazit: Es ist noch zu früh die derzeitige Situation final zu bewerten. Da die aktuelle Handelswoche mit vielen Daten von der Unternehmensseite als auch von der konjunkturellen Seite aufwartet, muss hier eng am Markt agiert werden. Nicht zuletzt die Sitzung der FED am Mittwoch wird besondere Bedeutung bekommen.

Der Wechsel des apano-Stimmungsindex ist noch frisch und muss sich im Tagesverlauf noch bestätigen. Jedoch signalisiert der Stimmungsverlauf, dass von Aufnahme von Risikopositionen im Depot abzusehen ist. Bei der Bestätigung des neutralen Szenarios im Laufe des Tages sollten Risikopositionen eher abgebaut werden, da ein weiterer Kursrutsch dann wahrscheinlicher wird.

Start des IIV Mikrofinanzfonds AI

Mit dem IIV Mikrofinanzfonds AI hat apano eine Anlagelösung in die Produktwelt aufgenommen, die mit ihrer sozialen Nachhaltigkeit optimal zur Unternehmensphilosophie „anders denken zahlt sich aus“ passt. Denn ethische und soziale Werte werden für Investoren immer bedeutender. Zu Recht: Mehr als 2 Milliarden Menschen auf der Welt leben von weniger als 2 USD pro Kopf täglich.

Um sich aus der Armut zu befreien, fehlt vielen das notwendige Startkapital für ein Kleingewerbe. Mikrofinanzierung hilft diesen Menschen, sich selbst zu helfen und sich eine eigene Existenz aufzubauen. Dass es dennoch derzeit kaum Mikrofinanzfonds für Privatkunden gibt, die sich auch bei der Geldanlage sozial engagieren möchten, wollen wir mit dem am 31.07.2015 startenden IIV Mikrofinanzfonds AI ändern.

Der Fonds besitzt eine geringe Schwankungsbreite und entwickelt sich unabhängig von den Aktien- und Anleihemärkten. Auf diese Weise entstehen positive Diversifizierungseffekte im Depot. Das Fondsmanagement übernimmt unser Partner, die Invest in Visions (IIV) GmbH, die bereits 2011 den ersten Mikrofinanzfonds in Deutschland initiierte. Edda Schröder, Gründerin der Invest in Visions GmbH, legt größten Wert auf Transparenz und den nachhaltigen, sozialen Nutzen des investierten Kapitals.

Ziel der Anlagestrategie des Fonds ist es, Anlegern einen angemessenen Wertzuwachs in der Fondswährung mittels Investitionen in diversifizierten Vermögenswerten aus dem Mikrofinanzbereich zu ermöglichen. Um dies zu erreichen, refinanziert der IIV Mikrofinanzfonds AI Kredit- und Finanzinstitute in Schwellen- und Entwicklungsländern, indem er diesen Kredite zur Verfügung stellt. Die Darlehen haben eine Laufzeit von ca. 6 Monaten bis 4 Jahren. Die investierten Regionen sind Asien, Zentralasien, Kaukasus und Lateinamerika. Die Verwaltung des Fonds konzentriert sich auf Kredittransaktionen mit sorgfältig ausgewählten Mikrofinanzinstituten.

Die geringe Volatilität von derzeit durchschnittlich unter 1% ist extrem niedrig. Das macht den Fonds für Investoren interessant, denen die hohen Schwankungen der traditionellen Märkte zu riskant sind und die Wert auf eine stabile Vermögensentwicklung legen. Neben diesen wirtschaftlich wichtigen Aspekten bietet der IIV Mikrofinanzfonds AI eben auch die Möglichkeit, an einem ethischen und sozial nachhaltigen Investment teilzuhaben.

Informieren Sie sich jetzt – erfahren Sie jetzt mehr über den IIV Mikrofinanzfonds AI !

apano-Stimmungsindex ab sofort regelmäßig bei fondsprofessionell.de!

Seit bald zwei Jahren weist der apano-Stimmungsindex dem vermögensverwaltenden Mischfonds apano HI Strategie 1 den Weg und rückt seitdem immer mehr auch in den Fokus der Medien. Der gestrige Beitrag markierte den Auftakt zur ab sofort jeden Montag auf fondsprofessionell.de erscheinenden Serie zum apano-Stimmungsindex. Den Artikel finden Sie unter Stimmungsindex: Nervosität, aber keine Panik an den Märkten.

Der apano-Stimmungsindex ist die Basis für die Allokationsentscheidungen des apano HI Strategie 1 und misst täglich die Stimmung an 15 globalen Schlüsselmärkten (sog. Leitwolfmärkten). Dabei kennt er vier verschiedene Stimmungsszenarien: optimistisch, zuversichtlich, neutral und pessimistisch. Je nach identifizierter Stimmungslage werden die Fondsbausteine des apano HI Strategie 1 unterschiedlich gewichtet. Ziel ist hierbei, jede vorherrschende Marktsituation rentabel auszunutzen und jeden Fondsbestandteil zu der für ihn profitablen Zeit einzusetzen.

Rückblickend auf die geopolitischen Krisen und Marktschwankungen der letzten zwei Jahre hat sich der apano-Stimmungsindex als zuverlässiges Marktbarometer bewährt. Die hohe Resonanz auf den apano HI Strategie 1 spiegelt sich mittlerweile nicht nur in der großen Investorennachfrage wider, sondern auch im positiven Echo der Medien.

So freuen wir uns sehr darüber, dass fondsprofessionell.de ab sofort jeden Montag vom apano-Stimmungsindex global identifizierte Markttrends und -einschätzungen veröffentlicht.

Dort heißt es: „Die Spezialisten der Dortmunder apano GmbH konzentrieren sich seit rund 20 Jahren auf die Themen Alternative Investments und Long-Short-Strategien. An dieser Stelle geben sie der Redaktion künftig regelmäßige Einblicke in die aktuellen Signale des eigens entwickelten „apano-Stimmungsindex“.

Schauen Sie zukunftig einfach öfter mal vorbei unter fondsprofessionell.de und lesen Sie hier mehr zum apano-Stimmungsindex.

DAX wieder unter 11.000 Punkten

Noch im ersten Quartal diesen Jahres legten vor allem europäische Aktien und Anleihen einen fulminanten Jahresstart hin. Inzwischen ist einiges dieser Euphorie verflogen. Im heutigen Handelsverlauf durchschlug der DAX die Marke von 11.000 Punkten und liegt inzwischen von den Höchstkursen aus gesehen in einer Korrekturphase von rund 11%. Besonders erwähnenswert ist dabei, dass anders als bei den meisten früheren Korrekturen die Anleihemärkte keinen sicheren Hafen bieten. Auf den Märkten lasten im Wesentlichen 2 Belastungsfaktoren:

Belastungsfaktor 1: Griechenland

Der erste Belastungsfaktor ist Griechenland. Seit Monaten inzwischen wird auf europäische Ebene verhandelt – ohne erkennbaren Erfolg. Die nach wie vor ungelöste Problematik führt zu Unsicherheiten und die lieben Börsianer bekanntlich nicht. Ende Juni muss Griechenland 1,4 Mrd. Euro an den IWF zurückzahlen. Bis dahin muss eine Lösung geschaffen werden oder eben die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalles Griechenlands mit der möglichen Folge des Ausscheidens aus der Währungsunion steigt deutlich an. Gleichwohl wir damit unbekanntes Terrain beschreiten, sollte der Grexit doch heute deutlich besser zu verarbeiten sein, als noch vor 3 Jahren. Mit dem ESM ist eine Institution geschaffen worden, der die Ansteckungsgefahr auf Spanien, Italien und andere Ländern in Grenzen halten sollte. Dazu kommt das Kaufprogramm der EZB, welches die Anleihenmärkte in Europa stützen sollte.

Belastungsgsfaktor 2: Zinswende der US-Notenbank

Der zweite große Belastungsfaktor ist in der Zinswende der US-Notenbank zu sehen. Viele Marktteilnehmer erwarten, dass die Zinsen im Herbst angehoben werden und damit die Zinswende eingeläutet wird. Viele Argumente sprechen dafür, dass es so kommt: Die USA haben mit einer Arbeitslosenquote von unter 5,5% inzwischen wieder einen sehr robusten Arbeitsmarkt. Zudem bestätigen jüngste Konjunkturdaten, dass die US Wirtschaft im 2. Quartal wieder an Fahrt aufnimmt. Beides zusammen gibt der FED wenig Spielraum die Zinsen nicht zu erhöhen. Dennoch sollte die Zinserhöhung nicht zu belastend auf die US Aktienmärkte wirken. Die FED hat in der Vergangenheit mehrfach bekräftigt, dass eine Zinserhöhung behutsam stattfinden wird und ein Abwürgen des Wirtschaftswachstums verhindert werden soll. Auf dem Rücken der stärker werden Fundamentaldaten heben Analysten auch die zu erwartenden Unternehmensgewinne wieder an. Eigentlich gute Nachrichten für Aktionäre.

 Aktiv und eng am Markt reagieren

Aktuell jedoch dominiert die Unsicherheit der Marktteilnehmer. Die Unsicherheit spiegelt sich auch in unserem täglich gemessenen globalen apano-Stimmungsindex wieder. Seit dem Stimmungswechsel haben wir das Portfolio des „apano HI Strategie 1“ konsequent angepasst und Risiko herausgenommen. Sollte die Stimmung weiter abkühlen und die Märkte entsprechend nachgeben, werden diesen Weg konsequent weiter gehen. Schließlich kann niemand aktuell ausschließen, dass es noch weiter abwärts gehen kann. Anderseits jedoch muss beispielsweise durch eine Verhandlungslösung im Fall Griechenland mit einer sprunghaften Markterholung gerechnet werden. Die sich daraus ergebenden Chancen wollen wir nicht verpassen. Derartige Kursniveaus sind eben auch als Chance zu sehen. Aus unserer Sicht ist es auch kein Marktumfeld, in dem zu diesem Zeitpunkt Pessimismus angebracht ist. Es gilt also sehr aktiv und eng am Markt zu reagieren.

Zu hoch gepokert

Der Grexit hätte fatale Folgen: Zahlungsunfähigkeit und soziale Unruhen in Griechenland wären vorprogrammiert. Und doch: Syrizas Drohgebärden machen den Austritt unvermeidlich. Als apano-Geschäftsführer wäge ich mit dem Privatmann Markus Sievers ab, was die richtige Lösung in der Griechenland-Frage sein könnte. Der Artikel ist heute auf „The European“ erschienen. Hier geht’s zum Artikel: http://www.theeuropean.de/markus-sievers/9679-syrizas-strategie-und-ihre-folgen.

The European ist das Debatten-Magazin, in dem Autoren aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wichtige Debatten anstoßen.

Griechenland und Erholung der Ölpreise beruhigen Börsen

Der gestrige Handelstag hat zu einem deutlichen Stimmungswechsel an den Börsen geführt. Zunächst verliert die Börse den Schrecken vor den Griechen. Die gemäßigte Wortwahl der neuen griechischen Regierung lässt vermuten, dass sie in der Realität angekommen ist und in Europa (auch im Süden) offensichtlich keine Unterstützung für ihre Forderungen erhalten hat. Ein drastischer Schuldenschnitt und die damit verbundene Ansteckungsgefahr für andere Problemländer rücken in den Hintergrund.

Gleichwohl die Unternehmenszahlen der aktuellen US-Berichtssaison eher enttäuschend verlaufen und auch die Fundamentaldaten eine Abschwächung der US-Wirtschaft offen legen, sorgt der sich stark erholende Öl-Wert für gute Laune bei den Investoren, vor allem in den USA. In vorangegangen Blogs hatten wir dargelegt, warum ein niedriger Ölpreis zwar gut für die Wirtschaft ist. Allerdings belastet ein zu großer Verfall vor allem die in den USA ansässigen Öl-Unternehmen stark.

Der apano-Stimmungsindex hat jüngst die verbesserte Stimmung aus vielen Bereichen registriert und deutlich zugewinnen können. Bei den Risk-Off-Märkten: Der Nachfragerückgang bei den Staatsanleihen der USA und Deutschland wirkt entspannend. Der Rückgang bei Gold sendet ein weiteres Signal verbesserter Stimmung. Auf der Risk-On-Seite des apano-Stimmungsindex vervollständigt sich das Bild. Die im gesamten Jahresverlauf schwächelnden US-Börsen konnten deutlich zulegen und oberhalb wichtiger technischer Marken schließen. Auch Emerging-Markets- Aktien sowie auch der japanische Nikkei konnten zulegen und wichtige technische Hürden nehmen.

In Summe also eine deutliche Stimmungsaufhellung und der Wechsel vom neutralen in das zuversichtliche Szenario. Aus Sicht unseres Fonds, dem apano HI Strategie 1, ist aber zunächst wichtig, dass sich diese Stimmungsverbesserung auch im heutigen US-Handel bestätigt. Erst dann werden wir größere Anpassungen an das neue Szenario vornehmen.

Insgesamt darf nicht übersehen werden, dass die Aktienbörsen ein deutlich verschobenes Bild liefern. Im wichtigen US-Aktienmarkt war seit Jahresbeginn (am Index betrachtet) kein Geld zu verdienen. Ähnlich sieht es im Nikkei aus. Gerade hier in Europa und speziell in Deutschland fühlt es sich an, als würden die Börsen global feiern. Dies geschieht aber nicht vor dem Hintergrund guter Wirtschafts- und Fundamentaldaten, sondern eher vor dem Hintergrund der jüngst beschlossenen Maßnahmen (Anleihekaufprogramm in Höhe von mehr als 1 Billion Euro) der EZB.

 

EZB verbessert Stimmung – Erwartungen übertroffen

Die gestrige Sitzung der EZB und die anschließende Pressekonferenz war mit Spannung erwartet worden. Bereits im Vorfeld hatte sich eine hohe Erwartungshaltung in Bezug auf das Anleihen-Kaufprogramm aufgebaut. Um den Markt nicht zu enttäuschen, müsste das Kaufprogramm mind. 500 Mrd. Euro betragen und eben dieser Betrag war bereits in vielen Kursnotierungen der Aktien-, Anleihe- und Währungsmärkte bereits eingepreist.

Schon gleich zu Beginn der Pressekonferenz wurde deutlich, dass die hohen Erwartungen übertroffen worden sind. Das Kaufprogramm hat eine Höhe von rund 1.140 Mrd. Euro (gerechnet von März 2015 bis September 2016 monatlich je 60 Mrd. Euro). Theoretisch kann das Programm verkürzt oder verlängert werden: Wichtig ist, dass die Käufe solange beibehalten werden, bis die Inflationsrate der Eurozone sich auf einem Pfad in Richtung der Zielmarke von „unter, aber nahe 2%“ bewegt.

Die Märkte reagierten prompt und deutlich. Die übertroffenen Erwartungen sorgten für steigende Aktienkurse – vor allem in Europa. Sie sorgten zudem für weitere Zukäufe im europäischen Anleihemarkt. Neben den erstklassigen Staatsanleihen profitiert insbesondere auch die EWU-Peripherie. Zudem verlor der Euro im gestrigen Handelsverlauf mit rund -1,5% zum Dollar deutlich an Wert.

Gleichwohl die direkte Reaktion auf die Maßnahmen positiv war, ist es wichtig, im Hinterkopf zu behalten, dass dieses Programm seitens vieler Fachleute auch kritisch gesehen wird. Es ist alles andere als sicher, dass das Programm hier in Europa die gleiche Wirkung entfacht, wie das mutmaßlich erfolgreiche (und inzwischen abgeschlossene) Anleihenkaufprogramm in den USA.

Auch Mario Draghi verdeutlichte immer wieder, dass es für die Wirtschaft der Eurozone wichtig sei,  die Strukturprobleme letztendlich politisch zu lösen. Viele Experten mahnen politische Maßnahmen in wichtigen Euroländern wie Frankreich und Italien an. Die EZB verschafft der Politik vor allem Zeit!

Im apano-Stimmungsindex wurde bereits im Vorfeld die bessere Stimmung registriert. Im Nachmittagshandel wechselt er zudem vom neutralen ins zuversichtliche Szenario. Für den von uns verwalteten apano HI Strategie 1 haben wir in den letzten Tagen schon das Risiko leicht erhöht. Durch den Stimmungswechsel werden wir das Portfolio in den kommenden Tagen weiter offensiver ausrichten – aber mit Bedacht.

Mit Bedacht, weil wir erstens den Wahlausgang in Griechenland abwarten wollen. Zweitens haben sich vor allem beim DAX und im Eurostoxx sehr schnell hohe Gewinne aufgebaut und wir wollen technische Korrekturen (durch Gewinn-mitnahmen von Marktteilnehmern) nutzen, um Positionen aufzubauen.

Ferner darf nicht übersehen werden, dass noch immer viele Stimmungsindikatoren ebenfalls warnende Signale senden. Der starke und wohl immer stärker werdende Dollar ist auch eine Bürde für die US-Wirtschaft. Zudem verdeutlichen die sehr schwachen Rohstoffnotierungen (bspw. Öl und Kupfer), dass wir global betrachtet nur langsam wachsen. In der letzten Zeit kamen auch nur als gemischt zu bewertende Fundmentaldaten aus den USA und aus China.

apano-Stimmungsindex registriert turbulenten Jahresstart

Der gestrige Handelstag wurde mit Spannung erwartet. Nach den ruhigen Weihnachtsfeiertagen und dem Jahreswechsel öffnen die Marktteilnehmer ihre Bücher und positionieren sich entsprechend ihren Erwartungen für das Jahr 2015. Gerade die erste Handelswoche wird mit Spannung erwartet, denn oft ist sie Spiegelbild für den Jahresverlauf. Und so enttäuschte der gestrige Handelstag doch deutlich. Vor allem am Nachmittag kam die Börse deutlich unter Druck.

Die Diskussion um ein mögliches Ausscheiden Griechenlands aus dem Euroraum und der starke Preisverfall von Öl verhagelten alle Vorstellungen eines gelungenen Jahresauftaktes. Das spürte auch unser apano-Stimmungsindex: Der Eurostoxx-Performanceindex fiel unter alle relevanten Durchschnittslinien und wirkte besonders angeschlagen. Aber auch der DAX, der S&P500 sowie der japanische Nikkei verloren aus technischer Sicht teils deutlich Punkte. Fels in der Brandung war der chinesische Aktienmarkt.

Die Volatilitäten der Aktienmärkte stiegen sprunghaft und seit längerer Zeit zeigte auch Gold wieder deutlichere Zuwächse.

Bereits gestern im späten Nachmittagshandel fiel der apano-Stimmungsindex vom zuversichtlichen ins neutrale Szenario zurück. Gestern Abend haben wir bereits bei unserem vermögensversverwaltenden Fonds, dem apano HI Strategie 1, erste kleine Anpassungen vorgenommen. Ein leichtes Aufstocken der US-Staatsanleihen zahlte sich gestern aus. Im heutigen Vormittagshandel haben wir weitere kleinere Adjustierungen vorgenommen.

Größere Anpassungen an das neue neutrale Szenario, das von einer deutlich defensiven Portfolioausrichtung geprägt ist, nehmen wir allerdings erst vor, wenn sich die Märkte nicht entweder im Laufe des US-Handels heute oder in der Eröffnung morgen erholen. Diese Bestätigung ist für uns wichtig, um nicht zu schnell bei kleineren Marktkorrekturen ausgebremst zu werden und eine Erholung der Märkte zu verpassen.

Für 2015 denken wir insgesamt, dass die Risiken spürbar zugenommen haben. Der niedrige Ölpreis lastet auf einigen Volkswirtschaften und Unternehmen. Insgesamt haben wir vor allem in den USA ein hoch bewertetes Aktienniveau. Die nach wie vor schwierige Situation in Russland oder jüngst auch die politische Unsicherheit in Griechenland zeigen, dass eine Menge Risiken zusammenkommen können und in Summe wirken.

Andererseits bestimmen noch immer die Notenbanken mit ihrer Liquidität das Geschehen an den Börsen und das niedrige Zinsniveau sollte ein guter Treiber für die Aktienmärkte sein. Gerade auch in Europa müssten der niedrige Euro und die preiswerten Rohstoffe konjunkturverstärkend wirken.

In diesen ersten Tagen des Jahres wünschen wir Ihnen, dass Sie persönlich ein gutes Jahr (auch Börsenjahr) haben werden. Sicher wird es wieder spannend. Wir werden täglich wachend das Geschehen verfolgen und Sie unter anderem auch über unsere Blogs auf dem Laufenden halten.

Aktienmärkte auf wilder Fahrt – bringt der Hexensabbat die Wende?

Die letzten Tage darf man ruhig in Erinnerung behalten, wenn es darum geht, Beispiele für das diesjährige wilde Treiben der Aktienmärkte zu finden. Noch kurz vor Nikolaus verabschiedete sich der DAX mit 10.094 Punkten auf höchstem Niveau in Richtung Nikolauswochenende. Nicht das erste Mal in diesem Jahr markiert die Höhenluft die Kehrtwende. Gleich am Montag ging es kräftig abwärts. Das Tief dieser Phase markiert der Schlusskurs vom 15.12. mit rund 750 Punkten tiefer – damit ging es rund 7,5% abwärts. Mit dieser Bewegung lag der DAX unter vielen wichtigen Durschnitts- und Haltelinien – u.a. bei der bei rund 9.530 Punkten liegenden viel beachteten 200-Tage-Linie.

Dies war u.a. auch ein Signal, was unseren Marktstimmungsindex beeinflusste und dazu führte, dass wir in das neutrale Stimmungsumfeld gewechselt sind. Wir haben Aktienpositionen reduziert und uns defensiver aufgestellt. Die Gründe für die hohe Marktunsicherheit waren schnell ausgemacht. Der niedrige Ölpreis, der rohstoffexportierende Volkswirtschaften und Unternehmen belastet, mündet zudem in die Angst, dass Russland, quasi kurz vor Ende, mit dem Rücken an der Wand steht.

Sicher, das scheint  kurzfristig übertrieben. Fakt ist aber auch, dass die russische Wirtschaft ohnehin unter den Sanktionen leidet. Nun belastet der immerhin um mehr als 40% gefallene Ölpreis sowie ein dramatischer Verfall des Rubels die Bilanzen zusätzlich.

Aber auch aus dem EWR kommen keine guten Nachrichten. Der drohende Linksruck in Griechenland lässt alte Gedanken an die europäische Schuldenkrise wieder aufkommen. Die Jahresendrally schien abgesagt.

Doch die Fed richtet es mal wieder. Zinsen sollen in Amerika trotz boomender Wirtschaft auf absehbare Zeit niedrig bleiben. Die Panik der Investoren verfliegt und Aktien stürmen in kürzester Zeit nach Norden. Gerade einmal 2 Tage braucht der DAX, um von rund 9.330 zurück auf 9.870 Punkte im Schluss gestern Abend zu kommen. Ein Anstieg von 5,4%. Wie gesagt – Achterbahn!

Und heute ein Hexensabbat: Der große quartalsweise vorkommende Verfallstag an den Terminbörsen. Heute werden viele Wetten auf steigende und fallende Kurse abgerechnet, viele Wertpapiere tauschen gewollt und ungewollt den Besitzer. Die typische Gefahr: Die ungewollten Papiere werden meist wieder schnell abgestoßen und es droht ein turbulenter Tag. Das vorbörsliche Plus wechselte zumindest in Europa aktuell recht deutlich das Vorzeichen.

Die Erholung der letzten 2 Tage führte dazu, dass sich auch der apano-Stimmungsindex verbesserte. Gestern Nachmittag wechselte der Index in den zuversichtlichen Bereich. Mit der Aufstockung der Aktienquote lassen wir aktuell vor dem Hintergrund des Verfallstages Vorsicht walten. Wenn sich der Stimmungswechsel am Montag bestätigt und wir einen weiterhin stabilen Markt vorfinden, werden wir uns für dieses Marktszenario offensiver aufstellen. Uns macht aber auch die meist dünne Marktliquidität um die Weihnachtsfeiertage Sorgen. Und die Themen, die noch vor wenigen Tagen die Märkte erschüttert haben, sind präsent. Dienstag geht es in Griechenland in den zweiten Wahlgang des Parlaments und die Wirtschaft in Russland  ist noch immer angeschlagen.

Die Märkte werden wohl in Bewegung bleiben und wir passen hier auf. Haben Sie – falls wir uns nicht mehr sehen und hören – ein ruhiges und besinnliches Weihnachtsfest und kommen Sie gut rüber in ein hoffentlich ruhigeres Börsenjahr 2015.