Blick ins Jahr 2017

Zwei große Themen dürften das Börsenjahr 2017 bestimmend beeinflussen. Während der ersten Jahreshälfte wird der Beginn der Amtsperiode von Präsident Donald Trump das Investitionsverhalten der Anleger dominieren. Die Inaugurationsrede und auch die ersten Amtshandlungen bestätigen die Erwartungen: es wird eine außenpolitische Neuausrichtung geben. Allgemein wird ein etwas angespannteres Verhältnis zu den alten Bündnispartnern, aber auch zu ökonomischen Schwergewichten wie China erwartet. Ob hingegen das Verhältnis zu Russland besser wird, hängt wohl von einem „Deal“ ab: sollten die Russen den USA außenpolitisch etwas wirklich Überzeugendes anbieten, dürften die Sanktionen schnell fallen. Außerdem werden die Anleger beobachten, ob Trump seine großen Investitionspläne aufrecht erhält und wenn ja, ob er sie weitgehend ungefiltert durch das Parlament bekommt. Dank der Mehrheitsverhältnisse ist der 45. US-Präsident mit viel Macht ausgestattet. Daher lässt sich (fiskal-) politisch viel durchsetzen. Jedoch ist an die beginnende „Herrschaft der Republikaner“ eine hohe Erwartung bereits eingepreist und deshalb durchaus Enttäuschungspotenzial vorhanden. Es ist offen, ob großangelegte Investitionen überhaupt den ganz großen Wachstumsschub bringen. Denn ein ganz wichtiger Transformator von Investitionen zum Wirtschaftswachstum fällt nahezu weg: der Arbeitsmarkt für Fachkräfte in den USA ist weitgehend leer gefegt. Große Zuwächse bei der Neubeschäftigung wird es daher kaum geben. Sicher ist nur, dass dieser Impuls auf die Lohnkosten durchschlägt. Damit wird zwar die US-Kaufkraft insgesamt gestärkt, aber auch die Inflation angetrieben. Es ist fraglich, ob vor dem Hintergrund steigender Lohn- und Beschaffungskosten der Nettogewinn quer über alle US-Unternehmen betrachtet überhaupt nennenswert profitiert, selbst wenn das Binnenwachstum in den USA deutlicher anzieht. Sicher aber können die angekündigte große Steuerreform und avisierte Deregulierungen kräftige Wachstumsimpulse setzen, die auch bei den Unternehmen ankommen. Es ist jedoch zu beachten, dass Donald Trump die Kosten dort, wo der Staat bei privaten Firmen einkauft, massiv drücken will. Die Gewinnmarge einiger Branchen wird deshalb leiden. Aktuell wartet der Markt mit großer Ungeduld auf konkrete Hinweise, wie das Steuerpaket aussehen und finanziert werden soll.

In Halbjahr 2 rückt die FED ins Rampenlicht

Im zweiten Halbjahr 2017 dürfte dann die FED zum wichtigsten Impulsgeber der Märkte avancieren. Denn die amerikanische Notenbank möchte den US-Leitzins gerne graduell und kontinuierlich bis Ende 2019 auf 3% erhöhen. Dies entspräche einem Anstieg pro Kalenderjahr von 0,75%. Bei acht FED-Sitzungen pro Jahr bedeutet dies eine Anhebung um 0,25% bei spätestens jeder dritten US-Notenbanksitzung in den nächsten drei Jahren. Es ist schwer vorstellbar, dass die Märkte dies ohne größere Blessuren verkraften würden – und damit meinen wir Aktien-, Anleihen- und Rohstoffmärkte. Wenn auch das Ausgangs und Endniveau tiefer ist, so werden sich die Anleger doch an das Jahr 2008 erinnern, was damals über den Kreditmarkt kommend über die Märkte herein brach, nachdem die FED unter Alan Greenspan von 2004 bis 2006 solche kontinuierliche Zinserhöhungen beharrlich durchgezogen hatte. Zu beachten ist, dass wegen der unbefriedigenden Produktivität ein deutlicher Zinsanstieg bereits auf niedrigem Niveau schadet. Aber wird die FED Ernst machen? Es bleibt abzuwarten, ob sich tatsächlich eine klare Serie abzeichnet. Ein Indiz hierfür wäre, wenn die FED in den kommenden sechs Sitzungen zweimal  die Zinsen erhöht. Falls ja, steht spätestens am 20.September 2017 der US-Leitzins bei 1,25%.

Quo vadis, Dollar?

Für den US-Dollar bleiben die Perspektiven zweischneidig. Die neue US-Regierung wünscht einen stabilen, aber keinen zu festen Dollar. Die jüngsten Aussagen können so interpretiert werden, dass ihr ein Wechselkurs von 1,10-1,15 USD/Euro als ideal vorschwebt. Es ist also durchaus vorstellbar, dass zunächst von Verbalinterventionen geprägt der US-Dollar leicht zur Schwäche neigt. Sollte aber die FED die Zinsschere zu Europa konsequent weiter öffnen, wird sich der Dollar dann in der zweiten Jahreshälfte auf den Weg zur Parität machen.

Superwahljahr 2017 in Europa

2017 ist ein europäisches Superwahljahr. Der Wechsel von Siegmar Gabriel zu Martin Schulz als neuer Kanzlerkandidat kann bedeuten, dass die SPD nun auch die Kanzlerschaft anstrebt. Dieses Ziel kann sie aber nur über den Umweg eines Rot-Rot-Grünen Bündnisses erreichen. Zugleich ist nicht von der Hand zu weisen, dass Marine Le Pen und der Front National in den Élysée-Palast einziehen können. Es ist daher gut möglich, dass auf die deutsch-französische Freundschaftsachse einige Belastungen zukommen werden. Ohnehin driften Europas Staaten aber auch die Bürger innerhalb der einzelnen Staaten auseinander. Das sind keine optimalen Voraussetzungen für den notwendigen Schulterschluss in Anbetracht enormer ungelöster wirtschaftlicher (Griechenland/Italien) und geopolitischer Herausforderungen. Trotzdem ist den europäischen Börsen 2017 ein Anstieg zuzutrauen, falls die Regierungen sich an fiskalpolitische Expansion wagen. In Anbetracht der hohen Staatsverschuldung ist dies aber ganz bestimmt nicht ohne erhebliche Widerstände durchzusetzen. Insbesondere Deutschland kommt eine Schlüsselrolle zu: einerseits als harter Verfechter der in Maastricht festgelegten Regeln, andererseits als die einzige der großen EU-Industrienationen, die über ausreichend finanziellen Spielraum und Masse verfügt, um Europas Wirtschaft entscheidend zu beschleunigen. Scharfe Töne und gelegentliche Missstimmungen sind geradezu vorprogrammiert. Dies könnte hin und wieder reizvolle Kaufgelegenheiten eröffnen.

Asien im Blick

Die Aufkündigung der Gespräche über ein Transpazifisches Handelsabkommen (TPP) könnte dazu führen, dass Asien und Australien ihre Beziehung zueinander noch enger knüpfen. China wird zudem wohl bestrebt sein, die schleichende Währungsabwertung des Yuan zum US-Dollar zumindest vorerst zu beenden, um einem offenen Schlagabtausch mit den USA aus dem Wege zu gehen. Die volkswirtschaftliche Bedeutung der pazifischen Großregion steht im großen Widerspruch zu ihrer Marktkapitalisierung. Sowohl Asien als auch Australien dürften 2017 durchaus weiteres Kurspotenzial besitzen. Selektiv sind auch die globalen Schwellenländer (Emerging Markets) interessant. Das gilt für die Anleihen-, wie für die Aktienseite. Jedoch liegen hier große Chancen und hohe politische Risiken nahe beieinander.

Fazit

Die Weltwirtschaft wird laut IWF-Schätzungen (Stand Januar 2017) im laufenden Jahr von 3,1% auf 3,4% Wachstum lediglich leicht beschleunigen. Für 2018 prognostiziert sie 3,6%. Der leichte Anstieg käme aber nur aus Lateinamerika und den USA. In Asien sieht sie eine Stagnation des Wachstums auf gutem Niveau (6,4%). Europa hingegen wird weiterhin kaum Dynamik zugetraut. Hier soll die Wirtschaftsleistung lediglich um 1,4% wachsen. Disharmonie in den außenpolitischen Beziehungen, hohe Aktienbewertungen und die Erwartung steigender US-Zinsen werden wohl verhindern, dass 2017 ein guter Jahrgang für Aktien und Anleihen wird. Rohstoffen ist im ersten Halbjahr noch etwas zuzutrauen, aber dann dürfte es mit den steigenden Zinsen gefährlich werden. Bei Anleihen betrachten wir mittlere Bonitäten mit maximal 3-5jähriger Laufzeit als erste Wahl. Als hervorragende opportunistische Kaufgelegenheit für US-Dollar und auch US-Aktien würden wir es ansehen, falls der Greenback zum Euro die Region um 1,12 $/€ touchiert.

Auf der Lauer

Hier in Luxemburg gibt es das Fest der Echternacher Springprozession. Dabei kommt der Pilger nur äußerst mühselig voran, weil er nach jeder Vorwärtsbewegung erst einmal ein paar Schritte nach links und rechts und gelegentlich sogar rückwärts absolvieren muss. So ähnlich starten die Märkte in das Jahr 2017. Es hat den Anschein, als dass die großen Impulse fehlen. Dies ist aber natürlich nicht der Fall. Denn die Berichtssaison hat ja gerade erst angefangen. Außerdem werden allein in dieser Woche mit Theresa May, Mario Draghi und Donald Trump gleich drei wichtige Protagonisten der Weltbühne ihre eigenen Ziele weiter vorantreiben.

Europa tritt auf der Stelle
Nach den ersten beiden Handelswochen hier eine erste kleine Bilanz: die Börsen in China und Japan zeigen deutliche Ermüdungserscheinungen, Europa tritt auf der Stelle und in den USA steigen zwar die Indizes etwas an, aber ohne überzeugende Marktbreite. Munter weiter klettern hingegen die Aktien der Minenbetreiber – und mit ihnen die Kurse in Australien und Brasilien. Zudem präsentieren sich mit dem  TecDAX und dem Nasdaq auch die Indizes der Technologieaktien robust. Die Renditen der Anleihen haben sich noch nicht für eine Richtung entschieden. So steigen die Kurse von deutschen Anleihen und auch die der meisten Schwellenländer, andererseits fallen aber die Kurse der Anleihen in Spanien und Italien. In den USA stehen nach einer Achterbahnfahrt nun die Kurse der festverzinslichen Wertpapiere wieder fast dort, wo das Jahr begonnen hat. Die Bewegungen im US-Dollar kamen zuletzt fast zum Erliegen, er scheint sich vorerst bei 1,06 einzupendeln.

Kein großer Verkaufsdruck
Insgesamt lässt sich sagen: sobald innerhalb eines Tages mal sporadisch Dynamik an den Märkten hoch kommt, so wird diese meistens am Folgetag von einer entsprechenden Bewegung in die Gegenrichtung wieder ausradiert. Kein Wunder also, dass auch die Risikogradmesser (Volatilitäten und Kreditabsicherungskosten) weiter völlig entspannt vor sich hinschlummern. Solange die Volatilitäten aber so niedrig bleiben, so lange verharren auch die Absicherungskosten für bestehende Portfolios auf äußerst preiswertem Level. Wenn aber Absicherung so billig ist, dann haben die institutionellen Großanleger diese auch implementiert und müssen deshalb auch nichts verkaufen, wenn die Märkte sich doch plötzlich stärker nach unten bewegen sollten. Deshalb ist bis auf weiteres an den Börsen nicht von großem Verkaufsdruck auszugehen, insofern nicht irgendwoher ein schwarzer Schwan – also ein unvorhersehbares, schwerwiegendes Ereignis – auftaucht. Im apano-Stimmungsindex spiegelt sich diese Marktverfassung wider: seit Jahresanfang pendelt er zwischen stabil neutral und leicht zuversichtlich. Dies bedeutet für unsere beiden Fonds apano HI Strategie 1 und apano Global Systematik, dass wir überwiegend die Füße still halten. Wir sind knapp unter Zielgewichtung investiert. Denn ein bisschen Pulver halten wir trocken, falls eine etwas ausgeprägtere Tagesschwäche uns eine Chance zum gezielten Zukauf eröffnet.

Frohe Weihnachten und ein glückliches und gesundes Jahr 2017

Das Jahr 2016 liegt fast hinter uns. Und es hatte es wahrlich in sich. Wie so oft, sind die Erinnerungen von der Nachrichtenlage geprägt – und die waren vor allem negativer Natur. Kriege und Anschläge rund um den Globus, katastrophale Unglücke, wie das Zugunglück in Bad Aibling und zumindest gefühlt mehr Prominente und Berühmtheiten als sonst, die für immer von uns gegangen sind. Darunter unterschiedlichste Charaktere, die uns medial die letzten Jahrzehnte begleitet haben wie Muhammad Ali, Roger Willemsen, Peter Lustig, Guido Westerwelle, Prince, Bud Spencer, Walter Scheel, Manfred Krug, Leonard Cohen, Fidel Castro und David Bowie, um nur eine kleine Auswahl zu nennen.

Auch politisch ein bewegendes Jahr

Auf politischer Ebene hat uns im Sommer das Referendum in Großbritannien zum Brexit und zuletzt die US-Präsidentschaftswahl auf Trab gehalten. Während es die Konsensmeinung war, dass Hillary Clinton gewinnen würde und zudem die Wahl zu Gunsten Donald Trumps als sehr negativ für die Kapitalmärkte prognostiziert wurde, überraschte die Wahl letztlich doppelt. Das Ergebnis fiel zu Gunsten von Donald Trump aus und noch mehr überraschte die Reaktion der Märkte.

Neue Produkte bei apano

Wir bei apano haben 2016 dazu genutzt, Ihnen zahlreiche Produktinnovationen zugänglich zu machen, u.a. das Star AI-Portfolio, dass einige der weltweit besten Long-Short-Manager miteinander kombiniert oder zuletzt die Gelegenheit, in Wasser-Infrastruktur-Anlagen mit 5,5% jährlichem Ausschüttungsziel (die Zeichnungsphase wurde gerade bis zum 25.01.2017 verlängert) zu investieren. Auch bieten wir seit Kurzem die Möglichkeit, in physisches Gold oder Silber zu investieren.

Wir möchten Ihnen an dieser Stelle vielen Dank für Ihr Vertrauen aussprechen und uns allen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest sowie ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2017 wünschen, zu dem uns in einem Jahr lauter positive Ereignisse beim Jahresrückblick einfallen.

FED`s Rosengreen schockt die Kapitalmärkte

Letzte Woche trat genau das ein, was nicht hätte passieren dürfen: zunächst verpasste am Donnerstag die EZB den Erwartungen auf weitere geldpolitischen Stimulanzen einen Dämpfer. Am Freitag dann trat der Präsident der FED of Boston, Eric Rosengreen, ans Mikrofon und gab zu verstehen, dass die FED bereit steht, um schon in September die US-Zinsen weiter zu straffen. Die Wahrscheinlichkeit hierfür war von den Investoren zuvor mit nahezu 0% eingeschätzt worden, nach dem Statement sprang sie auf 37%. Eine kalte Dusche für die globalen Investoren, zumal nicht nur die jüngsten US-Wirtschaftsdaten derzeit von einer gewissen Abkühlung zeugen, sondern bereits schon zur Wochenmitte der Einbruch des deutschen Exports Stirnrunzeln über den Zustand der Weltwirtschaft ausgelöst hatte.

Als besonders sicher geltende Aktien waren die Hauptverlierer im S&P 500

Die Indikatoren im apano-Stimmungsindex registrieren eine scharfe Stimmungsabkühlung. Zunächst baute sich durch den Renditesprung der US-Staatsanleihen Druck auf die offensiveren Anleihemärkte Südeuropas und der Schwellenländer auf. Dem Sog dieses übermächtigen Marktes kann sich ein regionaler Anleihemarkt nur schwer entziehen. Wegen der historisch geringen Renditedifferenz der US-Anleihen zu den meisten Staatsanleihen mit schlechteren Bonitäten schlägt ein Stimmungsumschwung am US-Markt noch unmittelbarer und heftiger durch, als in Zeiten eines normalen Gefälles. Der US-Anleihemarkt wütete aber auch an den Aktienmärkten. So büßten in den USA insbesondere diejenigen Aktienwerte ein, die eigentlich als besonders sicher gelten: dividendenstarke und normalerweise wenig schwankungsanfällige „Low Vola“-Titel waren die Hauptverlierer im S&P 500. Das ist dadurch erklärbar, dass diese Titel zunehmend von Investoren als Anleiheersatz gekauft wurden. Sämtliche für den Stimmungsindex bedeutsame Aktienmärkte gerieten unter Druck. Bislang hat jedoch noch kein Index relevante Markierungen gerissen. Es lässt sich derzeit noch nicht erkennen, ob dies auf ein robustes Nervenkostüm der Anleger zurück zu führen ist oder ob der Abwärtstrend lediglich einfach noch zu wenig entwickelt ist. Die Märkte waren ja sehr stark gelaufen, so dass der Weg bis zu wichtigen Stoppmarken wie 200-Tage-Linie oder unterer Begrenzung von Aufwärtstrends relativ weit war.

Die Fluchtburgen US-Dollar, Gold und Top-Staatsanleihen zeigen sich weiter entspannt

Negativ bemerkbar im apano-Stimmungsindex macht sich auch der Sprung bei den Volatilitäten. So ist die Volatilität des S&P 500 am Freitag um über 30% nach oben geschossen, freilich von historisch niedriger Basis aus. Weiterhin relativ entspannt zeigen sich die Fluchtburgen US-Dollar, Gold und Top-Staatsanleihen. Hier ist die Interpretation jedoch schwierig, denn gerade der Ausverkauf der Top-Staatsanleihen ist ja Teil des derzeitigen Problems. Zudem fällt Gold, wenn die Renditen an den Märkten steigen. Trotzdem: im Fall von beginnender Panik würde sich in diesen „Risk off“-Märkten vermutlich eine deutliche Stabilisierung zeigen. Die Industrierohstoffe tendieren schwächer, was ein Grund dafür ist, dass sich die Emerging Markets Aktien nervös präsentieren. Es sind aber insgesamt auch in diesen Märkten derzeit alles noch relativ disziplinierte Bewegungen, beileibe kein freier Fall.

Wie geht es weiter?

Über Jahre hinweg hat die FED nicht gegen, sondern mit den Märkten agiert. Ihre Politik war stets transparent und sie hat solange mit unangenehmen Entscheidungen gewartet, bis dies in der Mehrheitsmeinung eingepreist war. Zwei Monate vor der wichtigen US-Präsidentschaftswahl erscheint es mir fast ausgeschlossen, dass die FED einen solch kalten Überraschungscoup gegen die Investoren durchzieht. Es wird nun ausgesprochen spannend werden, was die FED-Gouverneurin Lael Brainard heute Abend um 19.15h sagen wird. Sie gilt bislang als eine stärksten Verfechterinnen einer lockeren Zinspolitik innerhalb der FED. Nur, wenn sie zum „Falken“ wird und eine andere Tonart anschlägt, wäre das ein klares Indiz, dass nächste Woche den Märkten tatsächlich eine US-Zinserhöhung droht. Der Schlusskurs vom heutigen Montag in den USA dürfte daher die Tendenz für den Rest der Woche vorgeben.

Die neue Woche bietet die Chance auf einen Geländegewinn

Die vergangene Woche radierte an den europäischen Börsen und in Japan die bisherigen Gewinne des August wieder aus. Lediglich die USA konnten ihre Höchststände knapp verteidigen, wenngleich dies auch begleitet war von einem rotierenden Favoritenwechsel. Offensichtlich profitierten die USA von dem schwächeren US-Dollar, während dies den überwiegenden Rest der Welt eher belastete. Besser sieht es an den Schwellenländerbörsen aus. So weist beispielsweise China für den laufenden Monat bislang ein Kursplus von 3% aus. An den Anleihemärkten hängen derzeit ein paar dunkle Wolken über Portugal und Italien. Portugiesischen Staatsanleihen droht die Gefahr einer Abstufung unter den sogenannten Investmentgrade. Sollte dies passieren, wäre es der EZB zukünftig untersagt, im Rahmen ihres monatlichen Anleihekaufprogramms Portugal mit zu berücksichtigen. Italienische Staatsanleihen leiden unter der engen Verzahnung der stagnierenden italienischen Wirtschaft und den mit horrenden Schulden belasteten Banken des Landes. Dies sind keine sensationell neuen Nachrichten. Dass es die Märkte dennoch bewegt, zeugt davon, dass den Märkten genauso frische Impulse fehlen wie frisches Geld.

Neue Dynamik durch US-Unternehmen?

Der apano-Stimmungsindex hat in den letzten Tagen eine leichte Stimmungseintrübung erfahren. Das ist aber bislang nichts Bedenkliches, weiterhin verharrt das Barometer solide im zuversichtlichen Bereich. Die jüngsten Daten der europäischen Einkaufsmanager aus Industrie und Dienstleistung zeigen sich weiterhin kaum negativ beeinflusst vom Brexit. Derzeit richten sich die Augen und Ohren der Marktteilnehmer auf Jackson Hole, wo sich am Wochenende die geldpolitische Elite zum Gedankenaustausch trifft. Außenpolitisch könnte wieder etwas Bewegung in den Ukraine-Konflikt kommen: am Rande des G-20 Gipfels soll nun Anfang September ein persönliches Treffen zwischen Merkel, Hollande und Putin stattfinden. Vieles spricht aktuell dafür, dass die laufende Woche tendenziell zumindest stabil verläuft. Spannend bleibt die Entwicklung des für kleinere US-Unternehmen relevanten Russell 2000 Index. Ihm fehlen noch 3% bis zu einem neuen Allzeithoch. Ein erfolgreicher Test könnte den Märkten neue Dynamik einhauchen.

Die Börsen antizipieren den „Bremain“

Bis Mitte der Woche deuteten die Umfragen auf einen immer schneller wachsenden Vorsprung der Brexit-Befürworter hin. Dem entsprechend agierten die Marktteilnehmer: der Goldpreis und die Top-Bonitäten unter den Anleihen erreichten Mehrjahres- bzw. sogar historische Rekordstände. Auf der Gegenseite schoss die DAX-Volatilität (ein Gradmesser für die Nervosität der Börsianer) von Freitag- bis Donnerstagabend um weitere 30% in die Höhe. Zeitgleich taumelten die europäischen und japanischen Aktienindizes immer schneller in Richtung ihrer Jahrestiefs. Dann jedoch erfolgte eine abrupte Wende. Die Ermordung der Politikerin Joe Cox, die sich engagiert für einen Verbleib Englands in der EU ausgesprochen hatte, scheint den Großteil der bis dahin noch unentschlossenen Briten davon überzeugt zu haben, dem Lager der Bremain-Befürworter beizutreten. Dies wurde am Freitag vorsichtig und am heutigen Montag enthusiastisch eingepreist. Entsprechend wechselten die Gewinner und Verlierer an den Märkten erneut ihre Vorzeichen. Damit etabliert sich derzeit der vierte große Stimmungswechsel innerhalb weniger Wochen.

Glauben ist nicht Wissen

Es ist eine unangenehme Eigenschaft der Börsen, wichtige Ereignisse nicht abzuwarten, sondern sie vorwegzunehmen. Der Antizipationsmechanismus der Märkte ist ein fortlaufender Prozess, in den ununterbrochen neueste Informationen, Gerüchte und Meinungen der Märkte eingespeist werden. Das aktuell absolut dominierende Thema ist das Briten-Referendum. Dass hier die Erwartung über den Ausgang in den letzten Wochen ständig wechselte, zeigt sich im extrem schwankenden Sentiment der Anleger. Dies lässt sich am apano-Stimmungsindex sehr gut ablesen. Glauben ist nicht Wissen – die „Bremain“-Anhänger scheinen nun zwar wenige Tage vor dem Referendum die Mehrheit endgültig hinter sich zu haben, jedoch ist unschön, dass die Börsen dies bereits jetzt schon beginnen, als sicher zu feiern. Wenn es dann doch anders kommt, ist der Sturz danach nur umso tiefer. Denn das konjunkturelle und markttechnische Umfeld der Börsen ist momentan alles andere als günstig, weshalb das Chance-Risiko-Verhältnis asymmetrisch ist: ein Verbleib der Briten in der EU wird wohl schnelle 5% im DAX bringen, der Brexit hingegen aber wohl genauso schnell mindestens 10% kosten. Sicher ist es legitim, einen für die Märkte positiven Ausgang zu erwarten und sich entsprechend zu positionieren.

Verlustvermeidung vor Gewinnmaximierung

Hier aber unterscheidet sich die Philosophie vieler Fonds mit variabler Risikobereitschaft – wozu auch die beiden von uns gemanagten apano-Fonds zählen – ganz gewaltig von reinen Börsenindizes bzw. von daueroffensiven Fonds mit statisch hoher Gewichtung in Aktien. Letztere werden wohl erstere in dieser Woche deutlich abhängen, weil ja wahrscheinlich der Brexit nicht kommt. Das von den variabel agierenden Managern vermiedene Risiko ist keine erfassbare Messgröße und die damit verbundene Managerleistung bleibt unsichtbar, wenn das Ereignis nicht eintritt, vor dem geschützt wurde. Stattdessen wird sich dann ein negatives Gap – also eine Unterperformance zum Markt auftun, die allzu gerne als Minderleistung interpretiert wird. Deshalb ist es ganz wichtig, den großen Unterschied zu verstehen: ein variabel oder defensiv agierender Manager hat als oberstes Ziel nicht Gewinnmaximierung, sondern weitgehende Verlustvermeidung. Dies gilt in der laufenden Woche in ganz besonderem Maße.

Richtungslos

Die Berichtssaison ist vorüber, ohne dass sie die Anlegerfantasie beflügeln konnte. Auch das Treffen der G7-Finanzminister im japanischen Sendai brachte keine Impulse. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung seitens der FED ist zuletzt deutlich gestiegen und liegt nach den jüngsten US-Konjunkturdaten bei ca. 35% für Juni und bei sogar ca. 50% für Juli. Der daraufhin leicht gefestigte US-Dollar vermochte jedoch nicht, dem DAX Auftrieb zu verleihen. Vielmehr führten der Bayer-Kursrutsch wegen der beabsichtigten Monsanto-Übernahme und die Schwäche der Automobiltitel dazu, dass der DAX in den letzten Tagen absolut und relativ zu den anderen großen Indizes betrachtet an Wert einbüßte. Auf internationaler Branchenebene zeigten sich Healthcare und Banken sowie Energietitel freundlich, was insbesondere den Stoxx50 Europe unterstützte. Diesem nutzte auch das Ergebnis der letzten Umfragen, die die Brexit-Gegner leicht in der Mehrheit sehen. Auch der japanische Aktienmarkt konnte an Boden gewinnen, nachdem die Konjunkturdaten für das erste Quartal besser als erwartet ausfielen. Der wichtige US-Markt hingegen zeigte sich völlig orientierungslos, die Vorzeichen wechselten nahezu täglich. Auffallend auch die zuletzt wieder deutlichere Schwäche bei den Aktien und Anleihen der Schwellenländer.

Brexit-Entscheidung wird größter Belastungsfaktor der nächsten Wochen sein

Die großen Gewinner der letzten Tage sind griechische Anleihen. Die Frage der Anschlussfinanzierung für den hellenischen Schuldenberg scheint bereits geklärt, damit ein möglicher Krisenherd für die Aktienmärkte ausgeschaltet. Größter Belastungsfaktor für die nächsten Wochen wird voraussichtlich die Entscheidung der Briten über einen EU-Austritt sein. Jedoch auch die Tendenz der FED, nicht mehr über das „ob“, sondern nur noch über das „wann“ der nächsten Zinserhöhung in 2016 zu entscheiden, dürfte zunächst die Stimmung weiter belasten. Es empfiehlt sich deshalb vorerst weiterhin, nur teilweise investiert zu sein. Eine Aufstockungsmöglichkeit ergibt sich entweder prozyklisch nach einem erfolgreichen Ausbruch aus dem seit Mitte April laufenden Abwärtskeil der Märkte oder aber antizyklisch, falls die Börsen einen kräftigen Rücksetzer erleiden. Auf den DAX übertragen heißt das, entweder oberhalb von 10.200 oder unterhalb von 9.500 Punkten Zukäufe zu erwägen. Alles dazwischen ist richtungsloses Geplänkel.

Viel Rauch um Nichts!

Die Märkte verabschiedeten sich in optimistischer Verfassung aus dem ersten Quartal. Von dieser exzellenten Stimmung ist nichts mehr übrig geblieben. Ein Hauptschuldiger dürfte der japanische Aktienmarkt sein. Dessen hartnäckige Kursschwäche verdarb Morgen für Morgen den anschließend handelnden Anlegern in Europa bereits vor Börsenbeginn jeglichen Appetit auf Risiko. Während sich der S&P weiterhin recht robust zeigt und mit maximaler Punktzahl den apano-Stimmungsindex stabilisiert, herrscht in Europa längst schon wieder tiefer Pessimismus. Die heimischen Investoren haben Angst vor dem Brexit und der Finanzlage Griechenlands sowie Wachstumssorgen wegen des festeren Euros.

Marktteilnehmer ohne positive Ideen

Eine tagelange Schwächeperiode hat dazu geführt, dass inzwischen auch aus technischer Sicht Europas Märkte angeschlagen sind. Die Börsenbriefe erteilen heute wieder überwiegend weitere Warnhinweise und sehen den DAX schon in Kürze Richtung 9000 rutschen. Ich lasse meinen Satz vom letzten Blog stehen: „Mal schauen, ob sich etwas Neues auf dem vom 15.-17. April in Washington anstehenden Frühjahrstreffen von IWF, Weltbank, Finanzministern und führenden Notenbankern ergibt.“ Wenn nicht, dann könnten die Skeptiker Recht behalten. Den Marktteilnehmern fehlt es schlichtweg an irgendeiner griffigen Idee, an der sich ihre Fantasie entzünden könnte.

Offenbar fehlt frisches Geld

Der apano-Stimmungsindex hat sich in den letzten Tagen kontinuierlich und deutlich abgekühlt. Inzwischen ist er wieder „neutral“, steht also auf dem Level vom Februar. Dass sich das Sentiment deutlich verschlechtert hat, ist auch an der Entwicklung der einzelnen Branchen abzulesen: defensive Titel aus den Sektoren Gesundheit und Verbrauchsgüter steigen seit Monatsanfang, während Finanztitel und Industrieaktien überwiegend erhebliche Rückschläge erlitten. Anscheinend schichten die Manager von Aktienfonds um. Frisches Geld hingegen, um alle Branchen zugleich und damit schlussendlich die Märkte anzuschieben, fehlt den Börsen offenbar.

2001-2016: 15 Jahre apano

Anlässlich unseres heutigen Firmenjubiläums von apano möchte ich mich gemeinsam mit Ihnen erinnern. Es ist jetzt 15 Jahre her, dass wir unser Unternehmen zum Leben erweckt haben – im Jahre 2001, inmitten der größten Finanzkrise, die wir seit der großen Depression 1933 gesehen haben. Über 3 Jahre dauerte der Abschwung, der Aktienkurse rund um den Globus halbierte. Erinnern Sie sich noch an den „Neuen Markt“? 90% Kursverlust. Die Performance des „Nemax“, des Marktes für neue Börsengänge, war so desaströs, dass der Name vollständig vom Kurszettel der Börse verschwand.

Die Geburt von „anders denken zahlt sich aus“

Als wir uns seinerzeit während dieser historischen Baissephase auf den Weg gemacht haben, wollten wir das Thema Geldanlage von einer anderer Perspektive aus betrachten. Wir dachten darüber nach, auch von fallenden Kursen profitieren zu können. Unsere Firmenphilosophie „anders denken zahlt sich aus“ war geboren. Und das sorgte damals, mitten in der noch tobenden Finanzmarktkrise, für Aufsehen. Geld verdienen, wenn andere Kursverluste erleiden. Damals sprachen wir über Trendfolger – eine spezielle Form von Hedgefonds. Über Hedgefonds – oder wie diese Assetklasse nach Franz Münteferings Interview in der Bildzeitung auch genannt wurde: „Heuschrecken“ – wurde damals intensiv geschrieben. Viel Missverständliches aber und oft war der Diskurs sogar unfair. Und doch haben wir uns immer der öffentlichen Debatte gestellt. Es mündete in persönlichen Highlights wie eine Diskussion mit dem damaligen Vorsitzenden der evangelischen Kirche Deutschlands, Nikolaus Schneider, sowie auch einer Fernsehdebatte über Spekulanten bei Anne Will u.a. zusammen mit dem damaligen Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle.

Viele damals vertraute Dinge haben Platz gemacht für Neues

Aber auch abseits der Aktienmärkte war es eine bewegte Zeit. Der Beginn dieses Jahrtausend stand im Zeichen großer technischer Veränderungen. Vor allem das Internet entwickelte sich rasant. Unternehmen wie Facebook, die heute aus vieler Leben nicht mehr wegzudenken sind, existierten damals zu unserer Firmengründung nicht. Das deutschsprachige Wikipedia ist gerade mal 5 Tage älter als unser Unternehmen apano. Natürlich erinnern Sie sich auch an die D-Mark. In dieser Währung haben wir damals unser Stammkapital eingezahlt. Viele vertraute Dinge haben sich geändert und haben Platz gemacht für Neues.

Transparenter und regulierter als früher

Auch wir haben uns verändert. Anfangs investierten unsere Kunden über Genussscheine bermudianischer Offshore-Gesellschaften in unsere Global Futures Funds-Produktserie. Damals war es wegen der Finanzmarktvorschriften nicht möglich, solche Fonds vor unserer Haustür zu gründen. Zu Beginn war es zeitgemäß, einmal im Quartal über die Handelsgeschehnisse zu berichten. Heute ist alles sehr viel transparenter und weitaus besser reguliert. Jederzeit verfügbare Realtime-Informationen und tägliche Preisfeststellungen sind heute in vielen unserer Produkte der Standard.

Viele dieser Veränderungen sind durch die letzte Finanzmarktkrise 2008 entstanden. Viel hat sich in den letzten Jahren zum Besseren gewendet aber viele Fragen sind auch offen geblieben. Wenn auch die Finanzmarktkrise selbst langsam in unserer Erinnerung verblasst, so sind einige Folgen noch heute im Tagesgeschehen präsent. Die Rettungsaktionen der Notenbanken führte zu einer nie zuvor gesehenen Negativzinsphase, die wir alle spüren.

Bei all diesen Veränderungen und Entwicklungen blicken wir gemeinsam mit unseren rund 30.000 Kunden, die wir in den letzten Jahren betreuen durften, auf 15 ereignisreiche Jahre zurück. Es war und ist uns eine Freude mit unseren Kunden so stabil die überwiegend guten aber auch die schwierigeren Jahre gemeistert zu haben.

Antworten auf geänderte Märkte und Kundenbedürfnisse

Die Herausforderungen bleiben uns indes auch für die Zukunft erhalten.  Märkte und Kundenbedürfnisse haben sich geändert. Null- und Minuszinsen zwingen allerorts Investoren dazu, über neue Wege der Kapitalanlage nachzudenken. Also müssen sich auch die Antworten auf diese neuen Fragestellungen ändern. Gestartet sind wir vor 15 Jahren mit einer Antwort, nämlich dem Trendfolgesystem AHL, gemeinsam mit unserem Produktpartner Man Investment in London. Heute haben wir eine deutlich erweiterte und exquisite Produktpalette gestückt mit den besten Antworten weiterer erstklassiger Investmenthäuser.

Wir werden nicht müde werden und in den kommenden Jahren alles geben, um Ihr Geld sicher anzulegen. Dabei werden wir trotz aller Veränderung wie gewohnt abseits der ausgetretenen Börsenpfade fündig werden. Was früher und Morgen noch zählen soll ist: „Anders denken zahlt sich aus“.

Vielen Dank für Ihr Vertrauen. Auf die nächsten Jahre!

Mario Draghi kann es nicht lassen

Fast schon waren die Märkte technisch sauber. Am 20. Januar waren erstmals leichte Anzeichen von Panik zu verspüren. Im Tagesverlauf stürzte der an diesem Tag fällig werdende Februar Öl-Terminkontrakt auf 26,55 USD, was einem Tagesverlust von 6,7% entsprach. Entsprechend angeschlagen reagierten die Finanzmärkte. Mit einem fulminanten Schlussspurt des neuen Ton angebenden März-Futures gelang den US-Börsen jedoch eine beeindruckende Erholung, die den S&P500 um 2,5% über sein Tagestief hievte. Eine Steilvorlage für den asiatischen und europäischen Börsenhandel am Donnerstag. Als dann Mario Draghi weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen für März in Aussicht stellte, beschleunigte sich die Erholung weiter. Am Freitag legte der MSCI All Countries World Index um 2,5% zu; sein größter Zugewinn seit 2012. Ist damit die Korrektur vorüber?

Nur ein Zwischenstopp der Talfahrt?

Es hätte noch einer weiteren Stufe nach unten bedurft, um die Märkte zu bereinigen, denn lediglich ein Aufsetzen auf den Tiefs aus 2015 erscheint als immer noch unzureichender Discount für die inzwischen doch deutlich verschlechterten globalen Rahmenbedingungen. Es ist alles andere als sicher, dass die letzte Woche erreichten Aufsetzer auf markante Unterstützungen bereits das Ende der Talfahrt bedeuten oder ob es sich nur um einen Zwischenstopp handelte.

Starke Koppelung von Ölpreis und Aktienmärkten

Ölpreis und Aktienmärkte hängen derzeit immens stark miteinander zusammen. Hintergrund ist die pure Angst um die Ölindustrie, die Förderstaaten und die internationale Kreditverflechtung. Das Tempo des Anstiegs seit Mittwochabend spricht eher für Short-Eindeckungen als für überzeugte Investorenkäufe. Jedoch zog Mario Draghi wohl einen ersten Boden ein und es steht in der Macht der japanischen Notenbank, diesen am Freitag gegebenenfalls weiter zu festigen. Damit dürften sich die Märkte in den nächsten Tagen zumindest stabilisieren. Wichtigster Einzelindikator bleibt jedoch der März Öl-Future. Rohöl der Sorte WTI steht an seinem kurzfristigen Abwärtstrend. Ein Ausbruch Richtung 35$ würde die Märkte angeführt von den USA definitiv beflügeln, ein Rutsch unter 28$ hingegen wäre als hoch bedrohlich zu interpretieren. Wer den Preis verfolgen möchte: das Börsenkürzel dafür ist CLH16.