apano-Stimmungsindex reagiert auf Krise in der Ukraine

Der apano-Stimmungsindex ist heute Morgen in den neutralen Bereich zurückgefallen. Auslöser waren Punktabzüge für den Hang Seng China Enterprises Index sowie für die europäischen Aktienmärkte. Zusätzlich kam belastend dazu, dass die gemessene Volatilität erheblich ansprang. Auch wenn der apano HI Strategie 1 Fonds aufgrund seiner definierten Allokationsregeln erst morgen im größeren Ausmaß reagieren wird, so haben wir doch bereits heute Vormittag taktische Maßnahmen ergriffen und unseren Discount-Zertifikatebestand fast komplett veräußert.

Hintergrund unserer Entscheidung war, dass die eigentlich defensiv einzustufenden Discounts im Falle einer stärkeren Korrektur einen „Long-Only“-Charakter bekommen und somit im Falle eines anhaltenden Abwärtsmarktes den Fonds negativ belasten würden. Die Kursrückgänge an den Börsen haben heute Morgen zunächst hauptsächlich lediglich die Sicherheitspuffer unserer Discounts reduziert, so dass sich die Preise der Zertifikate nur moderat ermäßigten. Den Gegenwert der Verkäufe haben wir der Position Kasse zugeführt.

Die zurückhaltende Stimmung des Index passt zu der Situation des Marktes. Insbesondere denken wir, dass die eurasischen Börsen sensibler auf die Geschehnisse rund um die Ukraine reagieren werden als die US-Börsen. Auch wenn ein Krieg derzeit eher unwahrscheinlich ist, könnte es dennoch jederzeit zu Scharmützeln oder anderen Formen der Spannungsverschärfung kommen. Wer sich noch an die Zeit erinnert, als der Irak Anfang August 1990 in Kuweit einmarschierte und wie die Börse damals danach monatelang nervös und tendenziell deutlich abwärts tendierte, der wird nicht erwarten, dass die jetzigen Spannungen sich an den Märkten in wenigen Tagen wieder in Luft auflösen werden.

Die Situation ist nicht ganz vergleichbar mit damals, aber dennoch gibt es Parallelen. Ohnehin hat sich die Ukraine in eine schwierige Situation manövriert. Klitschko und die Maidan-Widerstandsbewegung überspannten den Bogen, agierten ihrerseits selbst undemokratisch und machte dabei zwei bedeutende Fehler: Sie unterschätzte sowohl die Reaktion des Kreml als auch den politischen Widerstand aus den Reihen derjenigen Ukrainer, die mit Russland sympathisieren oder gar russischer Abstammung sind.

Unangenehm erinnert die derzeitige Gemengelage an die Situation in Indien, nachdem die Briten den Subkontinent in die Selbständigkeit entließen. Die ethnische Unvereinbarkeit zwischen Hindus und Moslems war so ausgeprägt, dass der Subkontinent in zwei Staaten – Indien und Pakistan – aufgespalten werden musste. Dieser Prozess kostete hunderttausende Menschen das Leben. Bis heute dauern die Spannungen zwischen den beiden Staaten an.

Auch wenn eine militärische Auseinandersetzung zwischen den Russen einerseits und NATO sowie Ukraine andererseits die schlimmste aller vorstellbaren Bedrohungen ist, so ist sie doch eher unwahrscheinlich. Dass aber die Ukraine selbst  in einem Bürgerkrieg versinkt, diese Vorstellung ist leider durchaus realistisch. Einen Ausweg, eine friedliche Lösung, kann es nach momentaner Bewertung der Lage nach nur geben, wenn die neuen Machthaber in der Ukraine einen Schritt zurück gehen und denjenigen Teil der an erworbenen Macht, der über die demokratisch erlangten Rechte hinaus geht, schnellst möglich wieder zur Disposition stellen.

Man kann Putin zu Recht vorwerfen, dass seine Aktionen gegen die UN-Charta verstoßen, indem er die Souveränität eines Drittstaates verletzt. Dennoch wird er die russischen Truppen nicht einfach wieder zurückbeordern. Was hätte er damit gewonnen? Er hat sich eine gute Ausgangsbasis für Verhandlungen geschaffen und argumentiert, dass er lediglich als Beschützer der in der Ukraine lebenden Russen agiert. Tatsächlich dürfte es aber wohl viel mehr darum gehen, zu verhindern, dass sein westliches Bollwerk zur EU und irgendwann vielleicht sogar zur NATO überläuft.

Dies sind die eigentlichen Beweggründe des Kreml und hier braucht er Sicherheit, dass dies nicht passiert. Hier muss ihm die Ukraine entgegenkommen. Wer schreibt den Menschen in diesem Land denn vor, dass sie sich nur entscheiden dürfen zwischen „pro-westlich“ und „pro-russisch“? Sowohl geografische Lage als auch die Dimension der Handelsbeziehungen sprechen eine klare Sprache: Die Ukraine hat zwei für sie gleich wichtige Nachbarn: Russland und die EU. Wer eine schnelle und dauerhafte Konfliktlösung sucht, muss genau hier ansetzen und dem Land zu einer glaubhaften Neutralität verhelfen.

apano-Stimmungsindex weiterhin im zuversichtlichen Bereich

Neue Konjunkturzahlen aus China haben zur Wochenmitte das Bild verfestigt, dass sich das Wachstum der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft weiter abschwächt. Der chinesische Einkaufsmanagerindex fiel im Februar 2014 weiter zurück. Mit 48,3 Punkten liegt der Indikator mittlerweile deutlich unter der Wachstumsgrenze von 50 Punkten. Zudem gab es auch eher enttäuschende Signale aus den USA. Das war Wasser auf die Mühlen der Skeptiker und die Stabilität der Märkte wurde erneut getestet.

Dabei ist positiv zu bewerten, dass die Käufer bei wichtigen charttechnischen Unterstützungslinien wieder Oberhand gewinnen und auf ein robustes Wachstum der Weltwirtschaft setzen.

Trotz alledem scheint es, dass die Optimisten auch nicht stark genug sind, um die Aktienmärkte nachhaltig zu neuen Hochs zu treiben.

Genau diese Stimmung spiegelt auch unser globaler Stimmungsindex wieder, der sich im Wochenverlauf im zuversichtlichen Bereich bewegt und damit dafür sorgt, dass auch die Zusammensetzung unseres vermögensverwaltenden Fonds, dem HI Strategie 1 (WKN: A1J9E9) zuversichtlich ist – aber eben auch nicht zu optimistisch.

Nach wie vor setzen wir daher verstärkt auf defensive und marktneutrale Bausteine, die in diesem noch recht jungen Jahr eine sehr ordentliche Leistung gezeigt haben.

Zuversicht ja – aber kein harmonisches Bild

Im späten Nachmittagshandel sind dann gestern die Aktienmärkte doch noch angesprungen, so dass dennoch zu konstatieren ist, dass das Resultat aus zwei sehr konträren Bewegungen besteht. So strahlen die amerikanischen und kerneuropäischen Aktienmärkte  Optimismus aus. Auf der anderen Seite kommen von Japan, den Industriemetallen sowie den Edelmetallen jedoch warnende und pessimistische Signale.

Beruhigend wirkt die weitere Stabilisierung des chinesischen Aktienmarktes. Da sich zudem alle für die Bewertung relevanten Komponenten von der Währungs- und Rentenseite ruhig verhalten, ist das Gesamtbild für uns knapp, aber doch ausreichend vertretbar zuversichtlich, so dass wir unsere Engagements vorsichtig weiter hochfahren.

Eine schöne Bestätigung, dass die Philosophie des von uns betreuten Fonds HI Strategie 1 im Markt auf Zustimmung stößt, sind die täglich hereinkommenden neuen Kaufaufträge. Seit dem heutigen Tag betreuen wir erstmals mehr als 15 Millionen Euro in dem HI Strategie 1.

Deutsche Finanzbranche optimistisch

Die deutsche Finanzbranche läutete das Jahr traditionell mit dem Mannheimer Fondskongress vom 29. bis 31. Januar 2014 ein. Die Stimmung war überwiegend gut, denn die meisten Besucher und Teilnehmer (ob nun Austeller oder Fondsmanager) blicken recht optimistisch in die Zukunft. Viele von ihnen bewerten die Aktienmärkte trotz der aktuellen kleinen „Delle“ als positiv mit weiterem Potenzial nach oben. Das liegt auch daran, dass viele Kongressteilnehmer Aktien als „alternativlos“ betrachten.

Das war z. B. die Aussage des Referenten Prof. Max Otte. Hinsichtlich Rentenmarkt waren fast alle einer Meinung, dass nur in „Nischenmärkten“ Geld zu verdienen sei. Auch die oft beschworene Zinswende wird wohl dieses Jahr nicht kommen. Aber ohnehin ist das bessere Chance-Risiko-Verhältnis am Aktienmarkt zu finden – eine Meinung, die ich sehr häufig während des Mannheimer Fondskongresses gehört habe. Asien und die Emerging Marktes wurden häufig genannt. Aber auch an den Börsen Südeuropas schlummert weiteres Potenzial.

Auf jeden Fall sollten sich die Investoren damit abfinden, dass das Renditenniveau auf Jahre gesehen niedrig bleiben wird. Wenn jemand mehr Rendite haben möchte, muss er bereit sein, die damit verbundene Volatilität in Kauf zu nehmen.

Der Hauptredner am Mittwoch war der Ökonom Robert Gordon. Er sprach recht kritisch über das Wachstumspotenzial in den USA. Einige Stimmen warnten vor zu viel Euphorie, denn zu behaupten, dass die Krise bereits vorbei wäre, sei verfrüht. Das behauptete jedenfalls Prof. Hans-Werner Sinn, Präsident des Ifo-Instituts.

Am zweiten Tag besuchte ich den Vortrag des früheren griechischen Ministerpräsidenten, Giorgos Papandreou. Er sprach über seine Regierungszeit in Griechenland, mit welchen Problemen seine Regierung zu kämpfen hatte und wie es zum Schuldenschnitt kam.

Zukunftsgerichtet plädierte er für ein gemeinsames Europa, in dem die einzelnen Länder enger zusammenrücken sollen – ein grünes Europa wie er es auch nannte. Sein Vortrag war für mich das Highlight des diesjährigen Mannheimer Fondskongresses.

Fondsvolumen HI Strategie 1 bereits über 10 Millionen Euro

Mit dem heutigen Tag ist der von apano betreute Fonds HI Strategie 1 in die nächst höhere Liga aufgestiegen: Das Fondsvolumen hat die 10-Mio-Marke überschritten. Wie haben wir dieses Geld im Fonds investiert? Der apano-Stimmungsindex ist heute auf den tiefsten Stand seit Sommer 2013 zurück gefallen. Der in der letzten Woche begonnene scharfe Kursrückgang der Aktienmärkte hat sich heute in Fernost nahezu ungebremst fortgesetzt.

Europa schafft momentan zwar eine Stabilisierung um die Schlusskurse von Freitag, hat damit also die am Freitag nachbörslich eingetretene weitere Eintrübung wieder egalisiert, dennoch kann von einer Beruhigung keine Rede sein: Die extrem gestiegene Volatilität – messbar z.B. am V-DAX  – zeugt von erheblicher Unsicherheit. Da der apano-Stimmungsindex bereits in der Vorwoche zuerst eine Stimmungsverschlechterung und später dann auch die Szenarioänderung angezeigt hatte, reduzierten wir ja bereits letzte Woche die Gewichtung der offensiven Bausteine.

Wir haben dies heute fortgesetzt, so dass unter dem Aspekt des verantwortbaren Risikos nun der Fonds seiner Zielallokation für das bestehende Szenario „neutral“ entspricht. Freilich halten wir nun auch recht viel Kasse. Bevor wir diese reinvestieren, wollen wir darauf warten, wie die Märkte auf die Veröffentlichung der Ergebnisse aus der FED-Sitzung am Mittwoch reagieren werden. Dies halten wir für wichtig, denn die jüngsten Turbulenzen der Märkte rühren zum großen Teil daher, dass die Währungen etlicher Schwellenländer derzeit unter erheblichem Abgabedruck stehen.

Eine weitere Reduktion der monatlichen Anleihekäufe seitens der FED würde diesen Druck weiter erhöhen. Wir glauben jedoch, dass die FED im genauen Wissen über die unmittelbaren Auswirkungen deshalb ihr Tapering verzögern wird, was den Märkten dann voraussichtlich wieder helfen würde. Wir handeln jedoch nicht auf Basis von Analysen und Vermutungen.

Unser Handlungsleitfaden richtet sich stattdessen nach der Interpretation von Erwartungen oder Ereignissen. Deshalb sind für uns nur die Kurse wichtig. Erst, wenn diese Entwarnung senden, werden wir wieder offensiver investieren.

 

apano-Stimmungsindex im zuversichtlichen Szenario

Erstmals seit Mitte Dezember wechselte heute Morgen der apano-Stimmungsindex des HI Strategie 1 vom optimistischen ins zuversichtliche Szenario. Das Jahr 2014 fing ungewöhnlich an: Gleich der erste Handelstag bescherte den Aktien-Anlegern an allen bedeutenden Handelsplätzen Verluste. So etwas war seit Jahren nicht mehr passiert.

Auch das noch seltenere Ereignis, nämlich dass auch die darauf folgende erste volle Handelswoche des neuen Jahres unterm Strich nur eine Nullnummer war, trat ein. Alles bislang nicht dramatisch und nach den hohen Zuwächsen in 2013 auch mehr als legitim. Aber trotzdem: Wieso ist die gute Stimmung so  plötzlich verflogen?

Ganz das Interesse an Aktien verloren haben die Anleger jedoch nicht: Die Börsen der Iberischen Halbinsel profitierten von den ersten Tagen des neuen Jahres ebenso wie ausgewählte Einzeltitel. Immerhin gibt es z.B. im DAX vier Werte, die seit Jahresanfang bereits 5% zugelegt haben.  Aber es muss auch konstatiert werden, dass derzeit fast jeder zweite DAX-Titel seit Jahresanfang im negativen Terrain steht.

Die Profiteure des noch jungen Jahres sind bislang außer den oben genannten beispielhaften Ausnahmen die Edelmetalle und Anleihen mit moderatem Risikoprofil. Am negativen Ende der Skala stehen Anleihen von Schwellenländern und viele der asiatischen Aktienmärkte.

Der apano-Stimmungsindex bewertet täglich einen Korb wichtiger globaler Einzelmärkte. Jeder Markt ist dabei individuell gewichtet. Die Beobachtungsergebnisse werden zueinander in Beziehung gestellt und über ein Punktesystem ausgemessen. Die seit Jahresanfang angesammelten Kursrückgänge in den USA und Fernost sind jetzt auf einem Niveau angekommen, das zu deutlichen Punktabzügen in unserem apano-Stimmungsindex führt.

Mit dem heutigen 14. Januar ist der Index erstmals seit dem 18. Dezember von „optimistisch“ auf „zuversichtlich“  umgeschwenkt. Dies bedeutet für uns erhöhte Wachsamkeit. Sollte sich der amerikanische oder der japanische Aktienmarkt heute Abend bzw. heute Nacht nicht deutlich erholen, werden wir morgen in dem von uns gemanagten Fonds HI Strategie 1 (WKN A1J9E9) reagieren und eine etwas vorsichtigere Positionierung einnehmen.

HI Strategie 1 im Dezember im Plus

HI Strategie 1 erzielte im Dezember einen Wertzuwachs von +0,51%. An den Finanzmärkten verlief der Dezember zweigeteilt. Bis zur Monatsmitte gaben wegen der Unsicherheit über die weitere Vorgehensweise der US-Notenbank FED die Kurse an den wichtigsten Aktienmärkten teilweise deutlich nach.

Besonders stark waren die Gewinnmitnahmen in Europa. So verlor z.B. der DAX fast 4,5%.  Als jedoch klar wurde, dass die Anleihekäufe durch die FED zunächst nur sehr moderat reduziert werden, nahm der Hausse-Zug rapide wieder an Fahrt auf. Wie üblich nach einem exzellenten Börsenjahr verlief auch der Endspurt erwartungsgemäß. Auf beiden Seiten des Atlantiks schlossen zahlreiche wichtige Aktienindizes mit Allzeithochs.

Für den HI Strategie 1 war dieser nicht lineare Kursverlauf eine gelungene Bewährungsprobe. Kombination und Gewichtung der eingesetzten Stile sowie Einzelauswahl der Zielinvestments führten angesichts dieser beiden recht ruckartigen konträren Marktbewegungen zu planmäßigen Ergebnissen.

So verlor der HI Strategie 1 in der ersten Monatshälfte im Branchenvergleich moderate 1,15%. In der zweiten Monatshälfte hingegen nahm der Fonds mit +1,68% den Aufschwung der Märkte mit und schloss das Jahr mit 101,80 EUR auf Höchststand.

Zur positiven Wertentwicklung trugen alle im Fonds vertretenen Anlagestile bei, wobei Aktienfonds und ETFs den relativ höchsten Beitrag lieferten. Im Berichtsmonat hat der Fonds sein Volumen erneut auf nun rund 7,4 Mio. EUR fast verdoppeln können.

Marktausblick 2014

Ein ereignisreiches Jahr an den Finanzmärkten liegt hinter uns – welche Marktentwicklungen werden wohl 2014 auf uns zukommen? Im kommenden Jahr wird die Unterfütterung mit Liquidität seitens der Notenbanken zumindest in den USA etwas zurückgefahren werden.  Es wird daher im ersten Quartal 2014 zu beobachten sein, wie die US-Märkte mit diesem leichten Entzug umgehen.

Bereits jetzt ist an der Entwicklung der  längerfristigen Zinsen in den USA zu erkennen, dass die Anleger dabei sind, sich darauf einzustellen, dass ein Rückgang der FED-Nachfrage nach diesen Bonds zu niedrigeren Preisen führen wird. Da niemand der letzte sein will, hat der Zinsanstieg in den USA bereits still und leise längst begonnen.

Bislang konnte diese Entwicklung den US-Aktien nichts anhaben. Die quasi unverzinste Liquidität am kurzen Laufzeitende zwingt Anleger regelrecht dazu, Aktien zu kaufen. Hinzu kommt die vergleichsweise hohe Dividendenrendite und die Chance, dass eine nach langer Durststrecke wieder erstarkende Weltwirtschaft zu steigenden Gewinnen der Unternehmen führt und somit eine Höherbewertung der Aktien – auch über das derzeitige Rekordniveau hinaus – rechtfertigt.

Dennoch wird es den Jahresanfang beherrschen,  auf welches Niveau die US-Renditen durch die Kräfteverschiebung zwischen Nachfragern und Anbietern steigen können und ob das dann herrschende neue Marktgleichgewicht auf einem Renditelevel stattfindet, welcher eine ernsthafte Konkurrenz für Aktien oder eine Bedrohung für die weitere Erholung der US-Wirtschaft darstellt. Problematisch dürfte es werden, sollten 10-jährige US-Staatsanleihen die psychologisch wichtige 3,00% -Schwelle erreichen (aktuell 2,72%).

US-Staatsanleihen-Anleihe: 6,250% bis 15.08.2023

US-Staatsanleihen-Anleihe
Quelle: www.finanztreff.de

In Japan hingegen fährt die Notenbank weiterhin einen unverändert sehr expansiven Kurs. Ziel ist einerseits eine Stimulierung der Binnenwirtschaft, aber auch Unterstützung des Exports durch eine weitere Abschwächung des Yen, insbesondere zum US-Dollar und zum Euro. Der bisherige Erfolg dieser Maßnahme ist unbestreitbar.  Innerhalb eines Jahres ist der Yen von einem Mehrjahreshoch auf ein Mehrjahrestief im Vergleich zum Euro und zum USD gefallen. Die japanische Börse hat dies ausgiebig gefeiert und mit weitem Abstand die etablierten Börsenplätze der Welt hinter sich gelassen. Mitfeiern konnten jedoch nur Nicht-Japaner, welche mit Währungsabsicherung investiert waren. Die Aussichten für Japan bleiben weiterhin günstig, jedoch wird auf dem erreichten Niveau die Anfälligkeit für temporäre Rückschläge größer werden.

Euro – Yen – Kurs (EUR-JPY)

Euro - Yen - Kurs
Quelle: www.finanztreff.de

Europa hat das Problem, dass sowohl die USA als auch Japan versuchen, ihre Währungen niedrig zu halten. So erwies sich der Euro als strahlender Held des Jahres 2013, obwohl in weiten Teilen Europas Stagnation herrscht. Obwohl offensiv, verhält sich die EZB unter den Notenbanken am restriktivsten. Die Heterogenität des europäischen Marktes verhindert eine klare Prognose für die Region. Da die Problemländer des Euroraumes jedoch sukzessive wieder Boden unter die Füße bekommen, sollte die Basisstimmung eigentlich recht positiv sein. Denn dies könnte auf eine weitere Konvergenz der Euro-Zinsen hinlaufen, was insbesondere den schwächeren Staaten helfen würde.

Jedoch könnte eine weitere Aufwertung des Euro für die global agierenden Exporteure zum Problem um internationale Aufträge werden. Dieses Thema ist noch nicht an den Märkten angekommen, würde aber spätestens bei 1,50 USD/EUR in die Schlagzeilen drängen.

Für die Aktien- und Anleihemärkte im Euroraum stellt ein zusätzliches Problem dar, dass für Investoren aus Drittländern über die Wechselkurse gerechnet  Euro-Assets vergleichsweise teuer geworden sind. Das könnte diese Investoren von Neuengagements abhalten oder sie sogar dazu verleiten, Gewinne mitzunehmen. Während z.B. der DAX um ca. 20% im 2013 zugelegt hat, sitzt ein japanischer Investor – insofern er die Währung nicht gehedgt hat – auf einem DAX-Gewinn von 52%!

Abgesehen davon ist die hohe Abhängigkeit der europäischen Aktienmärkte von den US-Märkten ein nur allzu bekannter Fakt. Neue Rekordstände sind möglich, aber schwer vorstellbar, wenn die Unterstützung aus Amerika wegfallen sollte. Der Blick auf die Entwicklung des EuroStoxx50 in den letzten 4 Wochen zeigt, dass sich in Euroland ein Hang zu Gewinnmitnahmen eingestellt hat. Der Index schaffte es deshalb nicht, die mühsam wieder erreichte Barriere aus den Mehrjahreshochs von 2010 und 2011 zu überwinden. Ob das Motiv nur Jahresend-Gewinnmitnahmen aus den o.a. Währungsgründen sind, ist derzeit nicht auszumachen. Es ist aber auffallend, dass ein Großteil der Flops aus den französischen Komponenten des EuroStoxx50 kommt. Offenbar differenzieren die Anleger auf erreichtem Niveau stärker und wenden den Ländern, in denen sich  neue Probleme auftun, den Rücken zu. 2014 wird voraussichtlich in Euroland wesentlich ausgeprägter als 2013 ein Jahr werden, in welchem  „Stockpicking“, also Länderdifferenzierung und Branchenselektion, Basis des Anlageerfolges sein wird.

CAC-40 versus DAX (grün)

CAC-40 versus DAX
Quelle: www.finanztreff.de

Emerging Markets (EM) und Rohstoffe heißen die Verlierer des Jahres 2013. Es ist auffallend, dass sich in den letzten Tagen genau diese beiden Gruppen relativ robust verhielten. Offenbar haben einige Investoren damit begonnen, Gewinne aus den Top-Performern 2013 zu realisieren und auf Schnäppchenjagd zu gehen.  Ob sich daraus ein Trend für 2014 ableiten lässt, kann nicht seriös beantwortet werden.  Jedoch ist unverkennbar, dass sich das relative Chance-Risiko-Verhältnis dieser Underdogs verbessert hat. Sollte die Weltwirtschaft tatsächlich wie prognostiziert Fahrt aufnehmen, wäre es eher verwunderlich, wenn die Rohstoffe nicht davon profitieren würden. Auf Seiten der Emerging Markets ist die Situation schwieriger zu bewerten, denn politische Unruhen wie zuletzt in Thailand und zu erwarten im Vorfeld der Fußball-WM in Brasilien zeigen, dass die imposanten demografischen Wachstums-Stories dieser Staaten nicht das alleinige Anlagekriterium sein können. Der Frühsommer 2013 zeigte, welches Nadelöhr die EM-Bonds darstellen können, wenn es mit den Renditen der etablierten Industriestaaten aufwärts geht. Die Spreads zwischen An- und Verkaufskursen stiegen in unerträgliche Dimensionen, was belegt, dass der auf dem Papier stehende Renditevorteil dieser Staaten (vor allem in lokaler Währung) mit guten Nerven erkauft werden muss. Das hier anhängende Beispiel einer 30-jährigen Türkei Anleihe (in USD!!) zeigt, dass bei einer Anlage in EM-Bonds temporär aktienähnliche Crashs zu verkraften sind.

TUERKEI, REPUBLIK DL-NOTES 2004(34)

TUERKEI REPUBLIK DL-NOTES
Quelle: www.finanztreff.de

Dennoch kann die nicht wegzuleugnende Tatsache, dass es auf gute Bonitäten -zumindest derzeit noch- keine befriedigende Rendite gibt, den EM-Bonds 2014 eine wertvolle Stütze sein. Denn für alle die Anleger, welche zumindest die mathematische Chance einer nennenswerten positiven Realrendite im Anleihebereich suchen, sind EM-Anleihen -und hier insbesondere die Emissionen in lokaler Währung- alternativlos, außer der Investor erwirbt Unternehmensanleihen mit Ramsch-Status. Insofern es den EM-Bonds gelingen sollte, wieder ihr temporär durchaus positives Image zurück zu gewinnen, würde dies unzweifelhaft auch die EM-Aktienmärkte unterstützen. Insbesondere die ehemals hochgelobten 4 BRIC-Staaten aus dieser Gruppe weisen erheblichen Nachholbedarf auf. Ihr Basisabwärtstrend ist nun bereits seit 3 Jahren intakt.

DAXGLOBAL BRIC

DAXGLOBAL BRIC
Quelle: www.finanztreff.de

Außer der FED-Zinsdebatte könnte das FJ 2014 von einem anderem Thema beherrscht werden:  Australien und China berichten derzeit über eine Vielzahl von geplanten Börsengängen. Oft ist dies ein Indikator für das Spätstadium einer Aufwärtsentwicklung. Das muss kein böses Omen sein, aber das globale Angebot an neuen Aktien wird 2014 zweifellos zunehmen. Es bleibt zu hoffen, dass es auch im neuen Jahr genügend kompensierende Nachfrager gibt, welche hungrig auf Risikopapiere sein werden.

Wir sind schon sehr gespannt, wie sich die Märkte 2014 entwickeln werden und wünschen Ihnen und Ihren Familien ein frohes, gesundes, erfolgreiches neues Jahr!

 

 

 

apano-Stimmungsindex wieder optimistisch

Der erfolgreiche Einstieg in den Ausstieg scheint geschafft: Das sogenannte „Tapering“, die Reduzierung der monatlichen Anleihenkäufe der FED, hat begonnen. In der gestrigen Sitzung der US- Notenbank wurde verkündet, dass eine Reduzierung von monatlich 85 Mrd. US$ auf 75 Mrd. US$ vorgenommen wird. Damit ist dem Markt diese Unsicherheit genommen und eine Weihnachtsrally an den Börsen wird wahrscheinlicher.

Einerseits bestätigt auch die FED, dass sowohl die US-Wirtschaft als auch die Arbeitsmarktdaten stabil und auf einem guten Weg sind. Andererseits erfolgt die Entwöhnung von dem billigen Geld der Notenbank behutsam. Gut gemacht, Ben Bernanke!

Gleichwohl die letzten Tage von großer Nervosität geprägt waren und die Aktienmärkte in unruhigem Fahrwasser waren, gab es auch keine wirklichen Alarmsignale. Es gab keine Fluchtbewegungen aus den risikoreichen Märkten in die sicheren Häfen.

Das war ein Grund für uns im Rahmen der Portfolioallokation unseres Fonds, dem HI Strategie 1 (WKN A1J9E9), uns teilweise schon ein wenig aus der Deckung des „zuversichtlichen Szenarios“ herauszuwagen und vorsichtig zu tieferen Kursen einmal nachzukaufen. Aktuell ist der apano-Stimmungsindex wieder optimistisch.

apano-Stimmungsindex reagiert auf gestiegene Unsicherheit

Obwohl eigentlich jedem klar sein sollte, dass die Stützungskäufe der Notenbanken nicht endlos weitergehen werden und können, sind es doch immer wieder gerade die für die Wirtschaft eigentlich guten Nachrichten, die an der Börse die Ängste davor schüren, was passiert, wenn die FED ihre monatlichen Stützungskäufe reduziert.

Nach einem bisher guten Jahr für Aktionäre scheint es, als bliebe die traditionelle Jahresendrally, die in guten Aktienjahren typischerweise kommt, aus. Auch der apano-Stimmungsindex hat in den letzten Tagen entsprechend reagiert und uns bereits Anfang Dezember zur Vorsicht gemahnt.

Einige technische Indikatoren wie bspw. die Tatsache, dass wichtige Aktienmärkte unter ihre kurzfristigen Durchschnittlinien gefallen sowie ihre Volatilität gestiegen sind, haben den apano-Stimmungsindex von einem bisher optimistischen Bereich in den zuversichtlichen Bereich geführt.

In der Konsequenz haben wir begonnen, die defensive Ausrichtung des Fonds HI Strategie 1 zu erhöhen.

Erfahren Sie mehr über den apano-Stimmungsindex!

Das apano-Stimmungsbarometer am 13.12.2013